Kapitel 86

Die Kirche leerte sich, bis nur noch Sehir und Isri vor der Statue der Göttin Greenlanda standen.

Das vom Glasfenster reflektierte Nachglühen fiel auf die beiden wie eine Taufe der Wiedergeburt, als ob jemand in diesem Moment ihre absurde Geschichte akzeptiert hätte.

Islam kniete nieder, nahm sanft Ceshirs Hand und küsste seinen Handrücken.

"Sehir, ich werde dich für immer lieben, bis der Tod uns scheidet."

Sie leisteten in der Kirche ihren Ehespruch, kühn und wagemutig, und schienen sich damit dieser sogenannten Ära der Wahrheit zu widersetzen. Mit ihren Taten bewiesen sie, dass Liebe Herr und Diener und sogar das Geschlecht überwinden kann.

Sehir blickte zu der hoch aufragenden Statue der Göttin Greenranka auf, ein Lächeln umspielte seine Lippen, und wandte sich dann Isri zu.

"Ich auch, ich liebe dich, mein Islam."

In der Kathedrale von Grönland bekannten sie ihre Sünden, die Göttin wurde Zeugin ihrer Liebe zueinander, und sie trugen Ringe an ihren Ringfingern als Symbol ihrer frommen Gebete aneinander.

Die Rosen, die draußen vor der Kirche blühen, sind ihr Zeugnis, ebenso wie die Statuen im Inneren.

Draußen vor dem Buntglasfenster saß eine weiße Taube auf dem Kirchturm und trug unerwartet eine Rose im Schnabel.

Ich bin bereit, gegen die Wahrheit zu handeln, um dich zu lieben.

[Ende des Textes]

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