„Wir wissen nicht, wie Yu aussieht, wie sollen wir ihn also identifizieren?“
Das war eine entscheidende Frage. Die Worte des Gelehrten wirkten wie ein Weckruf, und es wurde still um sie herum. Auch sie setzte sich, nahm den Fleischklops und steckte ihn sich in den Mund. Noch bevor sie kauen konnte, hörte sie jemanden in die Hände klatschen.
„Da Tianlongmen ein taoistischer Tempel ist, muss Yu Moumou eine taoistische Robe tragen.“
Ihr Herz sank ihr in die Hose, und sie hielt den Atem an.
„Eine Frau in einem taoistischen Gewand.“
Sie verharrte regungslos.
„Ein verwundeter junger Meister aus weißem Jade steht neben mir.“
Die „weiße Jade“ lächelte und nickte.
„Ebenfalls in Begleitung zweier Dämonendiener, eines großen und eines kleinen, mit goldenem Haar und dunkelblauen Augen.“
Vater und Tochter, die aufgerufen worden waren, starrten den legendären „Meister“ fassungslos an.
„Erst sucht man überall und findet es nicht, dann findet man es mühelos.“ In entscheidenden Momenten ist der wortgewandte Gelehrte unverzichtbar.
"Yu Moumou! Wo glaubst du denn, dass du hingehst!"
Yu Zigui starrte mit aufgerissenen Augen vor Entsetzen, nicht auf die bedrohlichen Gesichter der Menge, sondern auf eine unscheinbare Fleischkugel.
Sie erstickte.
"Hust...hust..."
Obwohl sie den Fleischklops heruntergeschluckt hatte, spürte sie immer noch einen Kloß im Hals. Das Essen war etwas zu salzig gewesen, und sie hätte dringend Wasser trinken wollen, aber sie war wie ein Knoten gefesselt, und selbst die kleinste Bewegung kostete sie große Mühe.
Oh, ich hätte wirklich nicht den Berg hinuntergehen sollen.
Draußen vor dem kleinen Fenster leuchtete der Mond wie ein gespannter Bogen; die Nacht war bereits tief.
"Junger Herr."
„Junger Meister Shangguan.“
Sie wurde von mehr als einem ritterlichen Helden beschützt.
"Junger Herr, bitte warten Sie!"
„Bei der Person, die hier festgehalten wird, handelt es sich um Yu Moumou“, erinnerte jemand vorsichtig, aus Angst, dass ein weiteres leichtes Opfer in die Höhle des Löwen fallen könnte.
„Ich verstehe.“ Die Schritte einer Person, die sich auf einen Stock stützte, waren deutlich zu erkennen.
"Junger Herr!", riefen mehrere Leute gleichzeitig, als fürchteten sie, verhext zu sein.
„Das ist alles ein Missverständnis. Zigui würde mir niemals etwas antun.“ Ihre Stimme war sanft, wie ein leichter Tintenstrich, der eine vage und schwer fassbare Zuneigung andeutete.
Sie seufzte hilflos und konnte beinahe erahnen, was die Person draußen dachte.
„Wir wissen, dass du ein gutherziger Mensch bist und glaubst, dass jeder Mensch gut ist, aber dieser weibliche Dämon ist unglaublich dreist. Du darfst nie wieder mit ihr ein Zimmer teilen!“
Das war eine höfliche Umschreibung; der explizitere Teil sollte erst noch folgen.
"Wenn man sich ständig in der Welt der Kampfkünste bewegt, verliert man zwangsläufig seine Jungfräulichkeit. Junger Meister, sei nicht so weibisch und verliebe dich in diese Füchsin."
Der böse Geist hatte ihr geschadet, und sie bereute ihre Taten zutiefst.
„Ich werde Ihnen ewig dankbar sein für Ihre Freundlichkeit. Bitte tun Sie mir heute Abend einen Gefallen.“
Nach dieser Aussage erhob niemand Einspruch.
"Bitte, junger Herr."
Das Öffnen und Schließen von Türen erfordert keine Intervention des „Zuckerpapis“; in der Geschäftswelt mangelt es nie an klugen und pragmatischen Individuen.
Sie lag auf dem Boden und warf Shangguan Yi, der sich langsam näherte, verstohlene Blicke zu.
Sie erlitten das gleiche Schicksal, warum also waren seine Gewänder makellos, während sie wie eine grüne Raupe zusammengerollt auf dem Boden lag?
Mit ihren anmutig schlanken Fingern zog sie das gelbe Papier ab, das auf ihre Stirn geklebt war.
"Was ist das?"
Mit einem Lächeln in den Augen stellte er eine Frage, deren Antwort er bereits kannte.
„Der Dämonen bezwingende Zauberspruch der Sekte der Himmlischen Meister.“ Sie starrte auf den zinnoberroten Talisman und wünschte, sie könnte ein Loch hindurchsehen.
Eine Bande von Amateuren, das wahre Genie ist genau hier, ihr habt euch alle für die falsche Person entschieden!
Ein leises Lachen drang durch das Dämmerlicht der Nacht und veranlasste sie zu dem Ausruf: „Halt die Klappe!“
Seine stattlichen Augenbrauen waren leicht hochgezogen.
„Wenn Sie nicht wollen, dass sich am nächsten Tag die Gerüchte wie ein Lauffeuer verbreiten, dass ‚Junger Meister Shangguan und Frau Yu eine weitere romantische Begegnung haben‘, dann halten Sie besser den Mund. Die Leute draußen haben schon Ohren an der Tür.“
„Es muss die dritte Frühlingsbrise sein.“ Das Mondlicht glitzerte wie Wasser in seinen schönen Augen. „Anders als vor einem Jahr regnet es heute Nacht nicht, es ist wirklich klar und hell.“
Seine Worte waren eindeutig, und draußen vor der Tür hatte bereits ein Tumult begonnen.
„Komm her.“ Sie knirschte mit den Zähnen, während er sich unwissend stellte.
„Komm näher!“, befahl sie wütend und erntete ein überraschtes Keuchen.
Er beugte sich vor, sein weiches, dunkles Haar fiel ihr in den Nacken. Ihre Blicke trafen sich, und sie konnten den Atem des anderen hören.