Kapitel 41

Er küsste sie fast stürmisch und atmete schwer. Seine Hand, von Anrus geführt, berührte die weichen Brüste des Mädchens. Er öffnete die Augen und blickte Anru an.

Als Song Lang ihre wässrigen Augen sah, konnte er nicht anders, als wie benommen „Feifei“ zu rufen.

„Hä?“ Anru hatte ihn nicht richtig verstanden, ihr Gesicht war gerötet, als sie ihn ansah. „Was ist los?“

Als Song Lang wieder zu sich kam, fühlte er sich, als sei ihm ein Eimer kaltes Wasser über den Kopf gegossen worden, und die Hitze in seinem Unterleib verschwand.

Anru bemerkte es und legte schüchtern die Arme um seinen Hals, wobei sie ihr Gesicht wie ein Kätzchen an seinem Hals rieb.

Song Lang, aufgeregt und atemlos, küsste sie, sah dabei aus wie ein lüsterner Teufel, aber nur er wusste, wovor er Angst hatte.

Mit geschlossenen Augen sah ich vor meinem inneren Auge nur Shen Zhifeis schönes Gesicht.

Er konnte sich sogar noch genau an ihr Gespräch an jenem Tag erinnern, daran, wie sich ihre Atemzüge vermischten.

Verdammt.

Schließ die Beine fest zusammen, dann gehe ich nicht rein.

Song Lang, gefällt es dir so?

Sag mir bitte, dass du mich magst, Bruder.

Ich mag es, ich mag es sehr.

...

Er schien zu halluzinieren, Shen Zhifeis Flehen hallte in seinen Ohren nach, Song Lang murmelte leise „Ich mag dich“, sein Geist war wie benommen, und er küsste An Rus Wangen, Hals und Ohrläppchen wahllos.

Er küsste sie heftig, seine Körperhitze entfachte sich erneut, und die Bewegungen seiner Lippen und Zunge trugen die für junge Männer typische Unhöflichkeit und Ungeduld in sich.

Anru war von ihm verletzt und runzelte die Stirn, als sie Song Lang auf die Schulter klopfte: „Ganz sanft, ganz sanft, du hast mich erschreckt.“

In dem Moment, als Song Lang die Augen öffnete, blitzte tief in ihnen ein dunkler, rätselhafter Glanz auf.

Er stieg von Anru ab, rieb sich ein paar Mal das Gesicht und ging dann, um seinen Mantel zu holen: „Ich gehe noch etwas einkaufen.“

Anru zog die Decke über sich, hüllte ihren schmalen Körper fest ein und fragte mit gerötetem Gesicht: „Kaufen...was kaufen?“

Song Lang sagte nichts, sondern zog sich schnell seine Daunenjacke an, drehte sich um und verließ den Raum.

Er rannte so schnell er konnte die Treppe hinunter, bis er völlig erschöpft war und schließlich in einer kleinen Gasse verschwand. Keuchend lehnte er sich an die Wand, den Blick starr auf seine Zehen gerichtet.

Nach einer Weile holte er sein Handy heraus, öffnete Baidu und stellte anonym eine Frage.

Ist es normal, an einen anderen Mann zu denken, mit dem ich masturbiert habe, als ich das erste Mal mit meiner Freundin Sex hatte?

Er kannte die Antwort bereits, als er die Frage mit zitternden Händen aufschrieb.

Aber Shen Zhifei würde ihn emotional voreingenommen machen, und er brauchte jemanden anderen, der diese Tagträumerei beurteilte und verurteilte.

Schon bald lieferten begeisterte Internetnutzer ihre Antworten.

Herzlichen Glückwunsch, dass Sie Ihren lang verschollenen Calabash-Bruder wiedergefunden haben! Schenken Sie ihm eine Chrysantheme, und er gibt Ihnen im Gegenzug eine Gurke.

[Zweimal gleichzeitig? Das ist nicht sehr nett, Kumpel.]

[Dies deutet lediglich darauf hin, dass Ihre sexuelle Orientierung möglicherweise bisexuell mit einer leichten homosexuellen Neigung ist. Wenn Sie weiterhin an ihn denken, dann nur zu! Lassen Sie sich jemanden, den Sie mögen, nicht so leicht entgehen.]

Zuerst solltest du sichergehen, dass er schwul ist. Wenn er hetero ist, wirst du sehr leiden. Psychologische Studien zeigen jedoch, dass die sexuelle Orientierung der meisten Menschen nicht festgelegt ist. Ihr habt beide zusammen masturbiert, was bedeutet, dass er auch Gefühle für dich hat. Lass es langsam angehen, Schritt für Schritt, und viel Glück!

...

Beim Anblick der verschiedenen Antworten war Song Lang noch verwirrter.

Gerade als ich in Gedanken versunken war, klingelte mein Telefon. Es war Anru.

„Song Lang, wo warst du? Warum bist du noch nicht zurückgekommen?“

Song Lang war aufgeregt, seine Stimme klang besorgt: „Ah, ich weiß auch nicht, wo ich bin.“

Anru war etwas unglücklich: „Was soll das heißen? Du lässt mich hier allein, ein Mädchen. Wenn du nicht willst, sag es einfach. Ich brauche dich nicht.“

Ihr aggressiver Tonfall verärgerte Song Lang nur noch mehr. „Na schön“, sagte er und legte auf. Gerade als er den Hörer wieder auflegen wollte, klingelte er erneut.

„Was nun?“, fragte er ungeduldig.

Am anderen Ende der Leitung herrschte lange Stille, bevor schließlich eine klare, kalte Stimme in Song Langs Ohren ertönte.

"Song Lang, ich bin's."

Kapitel 023

Shen Zhifei bat ihn, sich mit ihm in der Taekwondo-Halle zu treffen. Als Song Lang mit dem Fahrrad dort ankam, war es bereits dunkel. Es waren nur wenige Leute in der Halle, und die Reinigungskraft war gerade dabei, den Trainingsbereich zu säubern.

Song Lang stieß die Tür zu einem kleinen Klassenzimmer auf. Der Raum war dunkel, nur das schwache gelbe Licht der Straßenlaternen draußen erhellte ihn.

Shen Zhifei, in ein weißes taoistisches Gewand gehüllt, stand mit dem Rücken zu ihm am Fenster. Seine große, schlanke Gestalt verschwand in der Dämmerung der Nacht und wirkte verlassen und einsam.

Song Langs Herz verkrampfte sich unerklärlicherweise.

Er starrte ihn lange Zeit ausdruckslos an der Tür an, bevor er den Schalter berührte.

Mit einem „Klick“ wurde das 20 Quadratmeter große Klassenzimmer von einer Glühbirne erleuchtet.

Shen Zhifei drehte den Kopf nicht; ihr Blick blieb auf die immer leerer werdende Straße draußen vor dem Fenster gerichtet. „Weißt du noch, als ich dich fragte, wie es sich anfühlt, jemanden zu mögen?“

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