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Prolog: „Du bist skrupellos!“ Autor: Su Yun
Sommer.
Die sengende Sonne brannte schon seit Tagen, die intensive Hitze war fast erdrückend, aber für Kim Sun-ah hatte dieser Sommer ihr Schicksal völlig verändert.
Heute ist ihr siebzehnter Geburtstag, und gleichzeitig der Tag, an dem ihre Eltern beerdigt wurden.
Familiäre Zuneigung war für sie immer ein Luxus gewesen. Sie hatte nie verstanden, was ihre Eltern in ihrem Leben bedeuteten; sie liebten sie überhaupt nicht, also liebte sie sie auch nicht. Das siebzehnjährige Eltern-Kind-Verhältnis zur Familie Jin war nun ausgeglichen.
Vor einem Monat riss ein Flugzeugabsturz ihre Eltern völlig unerwartet aus dem Leben. Als sie diese schreckliche Nachricht erfuhr, empfand sie keine Trauer, sondern vielmehr Erleichterung.
Kim Sun-ah ist ein hochbegabtes Mädchen mit einem IQ von 180. Das von ihren Eltern geerbte Unternehmen und das beträchtliche Vermögen ermöglichen ihr ein luxuriöses Leben. Von nun an kann sie freier leben und ihr Leben vollständig selbst in die Hand nehmen.
Sie saß auf einer Steinbank im Park, ihr Gesichtsausdruck hochmütig, wie der einer Statue in einer Kunstgalerie.
Die Kraft der Sonne ließ allmählich nach, und dunkle Wolken zogen langsam über den Himmel und hüllten ihn in Trübsal. Im nächsten Augenblick setzte ein Wolkenbruch ein. Die plötzliche Kälte ließ Jin Shan'er aufhorchen. Sie runzelte die Stirn, als sie die großen Regentropfen auf ihr Haar, ihre Schultern und ihre langen Beine prasseln sah. Sie streckte die Hand aus und fing die Tropfen auf, die sich langsam zu einer kleinen Handvoll in ihrer Handfläche sammelten. In diesem Moment kam ihr plötzlich eine Idee, und ohne zu zögern stand sie auf und stellte sich dem heftigen Regen entgegen.
Sie legte den Kopf in den Nacken und ließ die Regentropfen auf ihr zartes, schönes Gesicht fallen. Ihr nasses Kleid schmiegte sich an ihre wohlgeformten Kurven. Sie spürte die kühle, feuchte Berührung der Wassertropfen und merkte, dass es lange her war, dass sie ein solches Gefühl genossen hatte. Sie hatte auch vergessen, dass sie früher ein Mädchen gewesen war, das Spaziergänge im Regen so geliebt hatte.
Das Nachmittagsgewitter brach plötzlich und heftig los. Im strömenden Regen eilten viele Fußgänger vorbei, und auch Zhang Boxuan suchte Schutz. Er schritt über den Parkweg und wollte gerade in den Pavillon rennen, als er plötzlich ein Mädchen erblickte, das allein im Gras stand und vom Regen durchnässt wurde.
Überrascht rannte er, ohne nachzudenken, zu ihr, zog seinen Mantel aus und legte ihn ihr sanft um die Schultern.
"Hey, du wirst krank, wenn du so im Regen durchnässt wirst..."
Ihre Blicke trafen sich, und Jin Shan'ers feuchtes und zartes Gesicht weckte etwas in Zhang Boxuan.
Weint dieses Mädchen?
Er beschloss zu schweigen und keine weiteren Fragen zu stellen.
Kim Sun-ah nutzte den heftigen Regen und legte ihre Maske der Stärke ab. Schließlich war sie erst siebzehn Jahre alt. Obwohl sie über außergewöhnliche Intelligenz und Reichtum verfügte, hatte sie von ihren Eltern nie Zuneigung und Fürsorge erfahren. Niemand liebte sie!
Sie war so traurig... aber die sanften Gesten des Fremden vor ihr ließen ihre Tränen, die sich mit Regentropfen vermischt hatten, versiegen.
Es stellt sich heraus, dass Freundlichkeit und Herzlichkeit tatsächlich in der Welt existieren.
Die unbeabsichtigten Handlungen des jungen Mannes weckten in ihr eine Zärtlichkeit, die sie noch nie zuvor erlebt hatte.
Diese Wärme, wie ein vom Wind verwehter Samen, drang still in ihr dunkles und einsames Herz ein und erweckte in ihr neuen Mut.
Zhang Boxuan zog sie mit sich und rannte mit ihr in den Pavillon, um dort Schutz vor dem Regen zu suchen. Er holte sogar ein Taschentuch hervor, um ihr das Gesicht abzuwischen, dessen Tränen kaum zu unterscheiden waren.
„Danke!“, sagte sie leise, zog ihren Mantel aus und gab ihn ihm zurück. Ihr scharfer Blick fiel auf den Namen einer medizinischen Fakultät, der auf den Mantel gestickt war.
Zhang, Bo, Xuan. Sie erinnerte sich an ihn ganz genau.
„Denk dran, lass dich nicht wieder vom Regen überraschen. Spiel nicht mit deiner Gesundheit!“, sagte er st
……