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Kapitel Eins: Ende oder Anfang?
Ich hatte gehofft, diese Reise in Ruhe organisieren zu können, aber ich wurde direkt nach Verlassen des Flughafens hierher gebracht. Von da an wurde alles für mich arrangiert, sodass mir keinerlei Freiraum blieb.
-Lied Qing
Song Qing hätte sich nie vorstellen können, dass er eines Tages nach Linchuan zurückkehren würde.
Es ist Hochsommer, und kaum hatte sie den Flughafen verlassen, vermisste sie schon die Schwüle von Preston.
Aus den Lautsprechern des Flughafens ertönte eine süße, sanfte Stimme, die etwas fern und unwirklich klang, während ein Hauch heißer Luft über sie hinwegfegte.
Song Qing zog ihren kleinen Koffer hinter sich her und fühlte sich etwas träge. Als sie sich bückte, um in ihrer Tasche nach ihrer Sonnenbrille zu suchen, hielt ein knallroter Sportwagen quietschend direkt neben ihr an.
Sie richtete sich auf, trat ein paar Schritte zurück, und die Autotür öffnete sich mit einem Klicken. Die Person, die einstieg, trug eine runde Sonnenbrille, die fast ihr ganzes Gesicht verdeckte, und sah sich vorsichtig um. Schnell winkte sie Song Qing zu: „Schwester, steig ein!“
Song Qing runzelte die Stirn. Als er sah, dass sich hinter Song Nings Auto eine lange Schlange gebildet hatte, beschloss er, keinen weiteren Ärger zu verursachen und stieg schnell in den Wagen.
Die Landschaft draußen raste vorbei, und Song Qing, der Linchuan ohnehin schon recht fremd war, konnte in diesem Moment nichts mehr Vertrautes entdecken.
„Schwester, du bist so viele Jahre nicht zurückgekommen, ohne mir Bescheid zu geben. Hätte ich Xunan nicht gefragt, hätte ich gar nicht gewusst, dass du diesen Flug nimmst.“ Song Nings zartes Gesicht verriet ein charmantes, aber etwas verlegenes Lächeln unter ihrer kleinen Nase.
„Ich möchte mich erst einmal einleben, bevor ich zurückfahre. Wie läuft es zu Hause?“
Der Sportwagen bot nur zwei Sitzplätze und war daher recht geräumig, doch Song Qing fühlte sich angespannt, ihr ganzer Körper schien extrem verkrampft, und ihr Blick war starr auf die Scheibe vor ihr gerichtet. Passanten eilten unter der gleißenden Sonne vorbei und hinterließen bleiche, verhärmte Gesichter.
"Ja, alles wie immer. Papa wollte schon immer, dass du zurückkommst. Weißt du, Papa hat mir in Geschäftsangelegenheiten nie vertraut."
Zwei scharfe Hupen, und der Wagen vollführte eine weite Kurve und verließ die Flughafenautobahn.
Song Qing warf Song Ning einen Blick zu, die unglaublich elegant gekleidet war; niemand würde glauben, dass sie Schwestern waren. Seit ihrer Kindheit waren sie sich nie nahegestanden, da ihre Persönlichkeiten zu unterschiedlich waren.
„Du kannst nicht stillsitzen“, sagte Song Qing ruhig. Song Ning hatte seit ihrer Kindheit immer gern gespielt und war noch unruhiger als sie.
Ein silbriges Lachen ertönte und hörte eine Weile nicht auf.
„Das stimmt. Papa hatte schon immer ein gutes Auge dafür. Er hat uns schon in jungen Jahren Aufgaben zugeteilt.“
Song Qing lächelte, legte den Kopf in den Nacken und atmete sanft aus.
„Du bist genau zum richtigen Zeitpunkt zurückgekommen. Dad hat sich in letzter Zeit nicht wohl gefühlt, und es ist an der Zeit, dass du zurückkommst und die Geschäfte des Unternehmens übernimmst.“
„Was ist mit Papa los?“ Song Qings Gesicht verdüsterte sich, und sie richtete sich auf.
Song Ning spitzte die Lippen, hob vorsichtig eine Hand vom Lenkrad, zuckte mit den Achseln und sagte: „Es ist immer noch dasselbe alte Problem, eine Nachwirkung aus meiner Forschungszeit. Im Laufe der Jahre, als mein Unternehmen immer größer wurde, konnte ich mich natürlich nicht richtig erholen.“
Das ist eine alte Krankheit; Song Jingmo hustet häufig, seit Song Qing die Dinge bemerkt hat.
Als Song Jingmo jung war, war er übermäßig ehrgeizig und wettbewerbsorientiert. Bei seinen Forschungen zur Dynamik atmete er zu viel von einem unbekannten Giftpulver ein. Er konnte sich davon nicht erholen, doch die Folgen für seinen Körper sollten nicht gravierend gewesen sein. Daher nahm er es damals nicht allzu ernst. Schließlich war unbekannt, wann und wie sich das Giftpulver in seinem Körper auswirken würde.
Doch sie wollte unbedingt zurück nach Preston, jene kleine englische Stadt, in der sie sich so viele Gewohnheiten und Gefühle angeeignet hatte. Ihre Tante hatte ihr das Restaurant dort bereits überschrieben, und diese Reise sollte ursprünglich nur dazu dienen, ihrem Vater alles zu erklären, bevor sie sich endgültig dort niederlassen wollte.
Linchuan hat ihr zu viel Schmerz bereitet, und obwohl es jetzt weit weg ist, bleibt es eine lebhafte Erinnerung.
Ihr Vater hatte schon früh hohe Erwartungen an sie, und ihre Ausbildung und E
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