- Buchinhalt
- Kapitelübersicht
Kapitel 1: Der Gott der Dämonenwelt
Der üppige Bambuswald ragt hoch im goldenen Sonnenlicht empor. Eine sanfte Abendbrise streicht durch den Wald, raschelt in den Blättern und erzeugt ein leises Geräusch. Die schlanken Zweige klappern sanft über das grüne Bambusgrün, und das Rascheln vermischt sich mit dem sanften Rauschen zu einer angenehmen, friedvollen Melodie.
Es war keinerlei Irritation darin zu erkennen; beim Hören fühlte man sich nur erfrischt und entspannt.
Versteckt im üppigen Bambushain liegt ein Innenhof, der sich im Nachglühen der untergehenden Sonne nahtlos in den Bambuswald einfügt, ohne jegliches Gefühl der Unstimmigkeit, als ob er schon immer dort hätte sein sollen.
Der künstlich angelegte Innenhof und der natürlich entstandene Bambuswald ergänzen sich und schaffen eine friedliche und behagliche Atmosphäre.
Sollte jemand eindringen, müsste selbst der tollkühnste Mensch äußerst vorsichtig vorgehen, um diese friedliche und beschauliche Schönheit nicht zu stören.
Das goldrote Leuchten der untergehenden Sonne tauchte den Bambuswald in ein warmes Licht, tanzte anmutig auf den Bambusblättern und ließ ihn wie ein Märchenland schimmern – ein Ort, den man nie wieder verlassen möchte.
"Mein Herr, mein Herr... Ich werde es nie wieder wagen, bitte verschone mein wertloses Leben..."
Ein zitterndes Flehen um Gnade und ein dumpfer Schlag zerrissen die Stille; der Klang hallte aus dem Hof wider und störte die friedliche Dämmerung.
Eine Person kniete auf dem harten Blausteinboden und schlug wiederholt mit der Stirn gegen den Boden; von dort kamen die schweren Schläge.
Dunkle Blutflecken waren bereits auf dem blauen Steinboden zu sehen, und seine Stirn war ein blutiges Durcheinander, dickes Blut rann ihm über die Wangen, was sein ganzes Gesicht so wild und furchterregend aussehen ließ.
Wenn jemand dieses Gesicht jetzt sehen würde, würde er sicherlich vor Schreck aufstöhnen und denken, er sähe nicht richtig.
Wer hätte gedacht, dass Qing Li, der frei im Dämonenreich umherstreifte, sich in einem so erbärmlichen Zustand befinden würde?
Im Dämonenreich kennt doch jeder Qing Li?
Selbst die Dämonenarmee des Dämonenkönigs konnte Qing Li nichts anhaben. Sie schickten einst 300.000 Dämonensoldaten, doch selbst diese konnten Qing Li nicht einkesseln und töten, und es gelang ihm immer noch, durchzubrechen.
Qing Li prahlte einst damit, dass er definitiv den Posten des Dämonenkönigs übernehmen würde!
Wenn Qing Li erwähnt wird, meiden ihn alle wie die Pest.
Ganz abgesehen von den gewöhnlichen Dämonen in der Dämonenwelt, selbst die mächtigsten Dämonenfürsten sind vor dieser Person auf der Hut.
Doch Qing Li, der einst über Wind und Regen der Dämonenwelt herrschte und allen Angst einjagte, kniete nun in der Halle und zitterte vor Furcht wie ein schwaches Kaninchen vor den Kiefern eines Tigers.
Wo ist der Optimismus geblieben, den sie im Kampf gegen die Dämonenarmee hatten?
Wo ist der arrogante Geist derer geblieben, die kühne Behauptungen aufstellten und entschlossen waren, die Position des Dämonenherrschers an sich zu reißen?
In diesem Moment zitterte Qing Li am ganzen Körper, und die Umstehenden fürchteten, er könnte sich dabei versehentlich alle Knochen brechen.
"Herr, Herr..." Ob es nun an seiner Angst lag oder daran, dass er schon zu lange gebettelt hatte, Qing Lis Stimme war so heiser, dass sie klang, als sei sie mit Sand bearbeitet worden.
Qingli verbeugte sich wiederholt tief und blickte flehend zu dem Mann auf, der am Kopfende der Halle saß.
Der geräumige Sessel bot bequem Platz für zwei kräftige Männer. Der speziell verbreiterte Sessel war mit dicken Kissen bezogen, und dem weichen Glanz des Fells auf dem Teppich nach zu urteilen, musste er aus dem Fell eines kostbaren Wildtiers gefertigt sein.
In einem so weichen Sessel zu sitzen, ist weniger Sitzen als vielmehr Einsinken; der weiche, wolkenartige Komfort ist ein absoluter Genuss der Extraklasse.
Es ist wahrscheinlich nicht einmal so komfortabel und luxuriös wie der Thron des Dämonenkönigs.
Es ist ziemlich überraschend, einen solchen Stuhl in einem Bambuswald in freier Wildbahn zu sehen.
Eine Hand ruhte lässig auf der Armlehne, ihre wohlgeformten Knöchel glichen feinen Jadeschnitzereien. Die andere Hand ruhte beiläufig auf dem schneeweißen Kissen, ihre schlanken Finger trommelten leise auf der Armlehne, die runden Fingerspitzen schimmerten in einem sanften Glanz, der den Blick fesselte.
So perfekte Hände, und doch riefen sie in Qing Li keinerlei Schönheit hervor. Bei jeder sanften Berührung dieser schönen Fingerspitzen zog sich sein Herz zusammen, als würde ihm das Blut aus den Adern gepresst, unfähig zurückzukehren. Seine Brust wurde immer kälter, als würde sein Herz langsam gefrieren.
"Qingli..." Die Stimme ertönte, sanft fließend wie eine klare Bergquelle, so rein und so klar.
Allein schon dieses Geräusch zu hören, war wie das Rauschen blühender Blumen in den Bergen im März – so sanft, wie eine Frühlingsbrise im Gesicht, außergewöhnlich erfrischend.
Warum ist er hier?
Die nächsten fünf Worte jedoch ließen die Frühlingsstimmung im Raum erstarren und verwandelten den frühen Frühling im März augenblicklich in den kalten Winter im Dezember.
Diese Worte waren nicht an ihn gerichtet. Qing Li erstarrte vor Angst, seine Verbeugungen hörten abrupt auf: „Mein Herr, verschont mich … verschont mich …“
Der Mann, der in dem großen, weichen Sessel zurückgelehnt hatte, lachte. Sein Lächeln war wie eine Frühlingsbrise, die über einen See strich und warme, sanfte Wellen erzeugte.
Dieses scheinbar sanfte Lächeln ließ Qing Lis Gesicht jedoch totenbleich werden, sodass er wie ein Toter aussah.
"Mein Herr, ich..." Bevor er auch nur einen kurzen Schrei ausstoßen konnte, sank Qing Li zu Boden, seine Augen weit aufgerissen, und unverkennbares Entsetzen spiegelte sich darin wider.
Langsam sammelte sich eine dünne rote Linie am Hals, und allmählich trat Blut hervor, das bald eine Lache purpurroten Blutes auf dem Boden hinterließ.
Qing Li, eine mächtige und einflussreiche Persönlichkeit, die einst das Dämonenreich beherrschte, starb hier spurlos.
Das Nachglühen der untergehenden Sonne spiegelte sich im Blut unter ihm und schuf eine Szene von betörender Schönheit.
Der Mann blickte auf die Blutlache am Boden und runzelte leicht seine stattlichen, schwertförmigen Augenbrauen.
Plötzlich erschien eine grau gekleidete Gestalt, huschte wie ein Geist durch die Halle, und alle unansehnlichen Gegenstände auf dem Boden verschwanden.
Ganz zu schweigen von Qing Lis Leiche; selbst der grelle, purpurrote Fleck war verschwunden. Der glatte Blausteinboden war makellos, als hätte Qing Li nie existiert und als hätte hier nie jemand gefleht oder sich verbeugt.
Eine anmutige Frau mit einem Tablett in der Hand betrat langsam die Halle. Sie wa
……