"Äh?"
Ban Lan blickte zum Himmel auf und sagte: „Habt ihr denn nicht die Gerüchte über den Kongshan-Kamm gehört?“
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Zhai Huan gähnte, als sie aus dem Haus trat. Als sie sah, dass es wieder Ban Lan und Cen Ji waren, sagte sie: „Wozu der Aufwand?“
Cen Ji unterdrückte den Drang, zu Gewalt zu greifen: „…Wenn wir andere Möglichkeiten hätten, würden wir euch nicht belästigen wollen.“
Zhai Huan warf Ban Lan einen Blick zu und sagte: „Oh, dieses Mädchen hat gestern alles vermasselt, und ich habe vergessen, es dir zu sagen. Kein Wunder, dass du so aussahst, als ob du am liebsten mit dem Arm zuschlagen würdest.“
Ban Lan betrachtete seine Worte als nichts anderes als ein Rülpsen nach dem Essen, eine Möglichkeit, ihren Frust abzulassen.
Da Ban Lan ihren Blick abgewandt hatte, kicherte Zhai Huan und sagte: „Warum schuldet ihr mir Geld und zahlt es nicht zurück? Ihr könnt es ja für mich eintreiben gehen.“
Cen Ji runzelte lange die Stirn, bevor er sagte: „Warum... ist es ein Mensch?“
Zhai Huan verdrehte die Augen.
Cen Ji fragte: „Wie viel schuldete er dir? Ich habe es für ihn bezahlt.“
Zhai Huan schnaubte: „Ich werde diesem Geizkragen die Federn ausreißen, was geht dich das an?“
Cen Ji hielt einen Moment inne und sagte dann: „Wozu der Aufwand? Wo sind wir jetzt?“
Diesmal machte Zhai Huan es ihm nicht schwer. „Changchun-Garten.“
Still und regungslos.
Changchun Garden war das größte Bordell. Mit anderen Worten, He Bi war wahrscheinlich eine Prostituierte.
Gerade als er darüber nachdachte, ob er so tun sollte, als würde er die Schulden eintreiben und sie dann selbst bezahlen sollte, um sicherzustellen, dass He Bi sie zurückzahlte, sagte Zhai Huan plötzlich: „Wenn du das Geld zurückbekommst, bring die Person auch mit.“
Cen Ji konnte sich nur noch vollständig ergeben.
Er nickte, drehte sich um und ging hinaus. Ban Lan, der ihm folgte, meldete sich plötzlich zu Wort: „He, du mit Nachnamen Zhai, wie viel Geld schuldet dir diese Person?“
Zhai Huan war wieder schläfrig und sagte gähnend: „Drei Liang.“
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Als sie He Bi fanden, tanzte er gerade.
Ban Lan verschränkte die Arme und sagte: „Zhai Huan hat einen sehr speziellen Geschmack.“
Cen Ji wusste, was sie meinte.
Ob Xiong San Niang oder He Bi, beide sind Männer von unvergleichlicher Schönheit...
Er war ein sehr guter Tänzer und führte deshalb eine Gruppe von Männern an, die ebenfalls sehr gute Tänzer waren und sich anmutig zur Melodie von „Butterfly Loves Flowers“ bewegten.
Cen Ji beobachtete das Geschehen eine Weile und sah, dass der Tanz kein Ende zu nehmen schien. Daher konnte er sich nicht länger zurückhalten und ergriff die Initiative.
Er gibt das Geld, er beraubt die Person – ist das akzeptabel?
Während Cen Ji dies dachte, verschwand He Bi in dem Moment, als seine Hand He Bis Kleidung berührte.
Wer Kampfsport und Tanz gut beherrscht, muss ein ausgeprägtes Gefühl von Leichtigkeit in seinen Bewegungen haben.
Warum sollte man so ein Mensch sein?
Ban Lan rückte einen Hocker zur Seite, setzte sich, nahm eine Handvoll Sonnenblumenkerne und beobachtete die beiden beim Sparring, während er die Kerne knackte.
Cen Ji kann weder von He Bi weggebracht werden, noch kann He Bi Cen Ji etwas antun.
Da die beiden bereits siebzig oder achtzig Bewegungen ausgetauscht hatten und immer noch nicht aufgehört hatten, wandte sich Ban Lan an einen Tänzer und sagte: „Geh und mach eine Kanne Tee. Sie werden bestimmt welchen wollen, wenn sie vom Kämpfen müde sind.“
Der männliche Prostituierte ging gehorsam Tee kochen, und Ban Lan lächelte und nickte mit den Worten: „Viel gehorsamer als Cen Ji.“
"Kommst du mit oder nicht?", fragte Cen Ji, während er ihn schlug.
"Ich werde nicht mitgehen", sagte He Bi ruhig.
"Ich werde dir die drei Tael Silber zurückzahlen", sagte Cen Ji ungeduldig.
Warum plötzlich anhalten? Spring sieben Schritte zurück und sag: „Ein männlicher Prostituierter hat sich heute erkältet. Wenn du seinen Platz einnimmst, gehe ich mit dir.“
Cen Ji verspürte plötzlich einen Schauer.
Ban Lan lachte so heftig, dass sie zur Seite fiel.
Cen Ji zeigte auf Ban Lan und fragte: „Würde man ihr das erlauben?“
Warum schüttelt er den Kopf und sagt: „Wie sollen wir eine Frau behalten, wenn wir nur männliche Prostituierte haben?“
Cen Ji platzte heraus: „Was hat sie denn mit einer Frau zu tun?“
Ban Lans Lächeln verschwand, und sie blickte Cen Ji kalt an.
Warum schaute er Ban Lan an? Sein Blick war vieldeutig.
Ban Lan wurde plötzlich klar, dass sie umso mehr davon überzeugt war, dass Xiong San Niang gut tanzen konnte, wenn Xiong San Niang und He Bi zusammenstanden. Denn wenn He Bi nicht tanzte, wirkte er wie ein gutaussehender junger Mann.
Ban Lan betrachtete He Bi, die dort stand und elegant und erfrischt aussah.
Sie warf die Handvoll Sonnenblumenkerne in ihrer Hand beiseite.
Sie fühlte sich etwas hilflos. Ihr wurde klar, dass sie, egal wie schön Xiong San Niang auch war oder wie gutaussehend er auch war, immer noch nur Cen Jis schlankes Profil, die wenigen widerspenstigen Haarsträhnen an seinen Schläfen, seine kleinen, aber tiefen und strahlenden Augen und die stille Aura, die er ausstrahlte, mochte.