- Buchinhalt
- Kapitelübersicht
Ich suche jemanden
Sequenz
Man sagt, der Kongshan-Kamm sei der schönste Ort in der Welt der Kampfkünste, aber auch der gefährlichste.
Cen Ji nickte zustimmend und sagte, das stimme vollkommen.
Man sagt, das Gefährlichste am Kongshan-Kamm seien nicht die steilen Klippen, sondern die zehn geheimen Wächter.
Er ist ruhig und bescheiden; Gerüchten sollte man nicht blindlings Glauben schenken.
Man sagt, dass Meister Kongshans Tochter, Wen Moyin, schön und talentiert sei, die schönste Frau der Welt.
Cen Ji lächelte sanft; das war ganz natürlich.
Man sagt, Wen Moyins jüngere Schwester Ban Lan sei unhöflich und gewalttätig und benehme sich ungepflegt. Verglichen mit Wen Moyin wirke sie wie ein wunderschöner Jadesplitter im Vergleich zu einem Stück Schutt.
Cen Ji verbarg sein Lächeln und blieb unentschlossen.
—
Shiya-Berg, Luojian-Tal.
Der Hochzeitszug kam von weit her.
Cen Ji versteckte sich im dichten Gebüsch und beobachtete, wie die große rote Hochzeitssänfte sich beim Näherkommen hin und her wiegte. Er umklammerte den schweren Dolch Hua Ying fest in der Hand, dessen Griff in seinen Händen immer wärmer wurde.
In der Sänfte saß niemand Geringeres als Wen Moyin, die umwerfend schöne junge Dame aus Kongshan Ridge.
Sie würde endlich heiraten.
Der Gedanke daran schmerzte ihn noch mehr.
Selbst wenn sie sich nach diesem Tag für immer vermissen würden, wollte er ihr in diesem Moment seine wahren Gefühle gestehen. Es waren nur vier Worte, doch er behielt sie für sich, immer wieder, und verpasste so letztendlich sein eigenes Glück.
Die Hochzeitsgesellschaft trug durchweg auffällig rote Hochzeitskleidung. Aus irgendeinem Grund wirkte das Kleid des temperamentvollen jungen Mädchens neben der Sänfte, obwohl alle Kleider die gleiche Farbe hatten, drei Nuancen röter als die anderen.
Das junge Mädchen ritt auf einem jadegrünen Ross und wiegte sich gemächlich hin und her.
"Alan, halt dich gut fest, fall nicht runter." Durch den Spalt im Vorhang der Sänfte blickte Wen Moyin auf das unruhige Mädchen und konnte nicht anders, als sie sanft zu ermahnen.
„Die Stimme der älteren Schwester ist so sanft und angenehm. Ach, der kleine Chen Ting hat wirklich Glück!“ Ban Lan drehte grinsend den Kopf und wirkte dabei völlig unbeschwert.
Wen Moyin dachte, dass Chen Ting in wenigen Stunden ihr Ehemann sein würde, und lächelte schwach.
Plötzlich kam ein Windstoß auf, der Blätter und Steine verstreute, und Himmel und Sonne verdunkelten sich augenblicklich.
Die Sänftenträger wurden vom Wind geblendet, verloren den Halt und stolperten.
Die Sänfte geriet ins Wanken, wodurch Wen Moyin das Gleichgewicht verlor und nach hinten stürzte.
Sie erinnerte sich, dass sie sich beim Zurücklehnen unbewusst nach dem Fenstergeländer ausstreckte, aber was sie ergriff, war eine eiskalte Hand.
Nachdem der Sturm vorübergezogen war, schien es, als wäre nichts geschehen; die Sänftenträger trugen weiterhin die Sänften, und die Gongspieler schlugen weiterhin ihre Gongs.
Ban Lan ri
……