Antiker Spiegelseelenfächer

Antiker Spiegelseelenfächer

Veröffentlichungsdatum2026/07/02

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KategorienMysteriös und übernatürlich

Gesamtkapitel27

Einführung:
Das Rätsel des antiken Spiegels Der Mond war bereits aufgegangen. In einem verlassenen Haus am Stadtrand wirkte das verdorrte gelbe Gras im schwindenden Mondlicht noch trostloser und ungepflegter. Abgestorbene Ranken rankten sich wild an der angrenzenden Mauer empor, und eine düstere,
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Kapitel 1

Das Rätsel des antiken Spiegels

Der Mond war bereits aufgegangen. In einem verlassenen Haus am Stadtrand wirkte das verdorrte gelbe Gras im schwindenden Mondlicht noch trostloser und ungepflegter. Abgestorbene Ranken rankten sich wild an der angrenzenden Mauer empor, und eine düstere, bedrückende Atmosphäre lag über dem gesamten Hof.

Eine schwarze Gestalt huschte schnell in den Hof, wie eine geisterhafte Erscheinung, die nach Einbruch der Dunkelheit erscheint.

Ein Getöse wurde lauter, als sich mehrere Dorfbewohner aus der Ferne näherten, die eilig zum Abendessen nach Hause eilten. Beim Anblick des Herrenhauses, das im Dämmerlicht einem kolossalen Ungetüm glich, verstummten sie augenblicklich, ihre Mienen wurden ernst. Als sie am Herrenhaus vorbeigingen, hielten sie die Augen geschlossen, die Köpfe gesenkt, den Atem an und entfernten sich rasch aus der erdrückend dunklen Atmosphäre.

Der Junge am Ende der Gruppe schien ein Geräusch gehört zu haben, als er an der Villa vorbeiging. Er konnte nicht anders, als aufzublicken und in den Innenhof zu spähen…

In dem höllisch düsteren Hof huschte plötzlich ein dunkler Schatten vorbei. Der Junge, erschrocken, stürzte zu Boden. Als sein Gesicht aufschlug, weiteten sich seine Pupillen und gaben einen schrecklichen, purpurroten Schimmer frei…

Kapitel Eins: Der antike Spiegel

Der Juli sollte im Sommer sonnig und hell sein, aber zu dieser Zeit ist der Himmel über Black Town genau so, wie sein Name vermuten lässt: dunkel und düster, mit unaufhörlichem Regen.

Heizhen ist eine alte Stadt an der südwestlichen Grenze. Sie wurde während des Königreichs Nanzhao gegründet und erlebte ihre Blütezeit in der Ming-Dynastie. Damals war sie ein bekanntes Zentrum der Salzgewinnung. Aufgrund ihrer abgelegenen Lage haben die Gebäude in Heizhen ihren Stil aus der Ming- und Qing-Dynastie weitgehend bewahrt. Der einzige belebte Ort in der ganzen Stadt ist eine etwas breitere, mit Blaustein gepflasterte Straße. Entlang dieser Straße reihen sich scheinbar willkürlich Häuser mit Innenhöfen im sogenannten „Ein-Siegel“-Stil aneinander. Die meisten dieser Höfe stammen aus der Ming-Dynastie und sind recht alt; ihre verwitterten Mauern zeugen noch immer von der typischen Architektur der Jiangnan-Höfe mit ihren grauen Ziegeln und weißen Wänden jener Zeit.

Eine wunderschöne, jugendliche Gestalt huschte zwischen den alten Stadtmauern hin und her, wie ein schöner, bunter Schmetterling, der zwischen ihnen tanzte, und verlieh der alten und feierlichen Schwarzen Stadt einen lebendigen Regenbogen und zog die bewundernden Blicke vieler Männer auf sich.

Ningxia, voller jugendlicher Energie, schlenderte ganz unbeschwert die älteste gepflasterte Straße Heizhens entlang, scheinbar unbeeindruckt von den leichten Reaktionen, die ihre Anwesenheit auslöste, und auch nicht vom Unannehmlichkeiten des Regens. Sie hatte vor Kurzem in der Zeitung über diese fast vergessene alte Stadt gelesen und war sofort begeistert. Sobald das Wochenende kam, konnte sie es kaum erwarten, allein in den Zug zu steigen und nach Heizhen zu fahren.

Die Stadt Heizhen im Nieselregen gleicht einer frisch fertiggestellten chinesischen Tuschemalerei. Die alten Stadtmauern, die kunstvollen kleinen Gebäude und die hoch aufragenden, uralten Bäume verströmen einen seltenen, altmodischen Charme. Obwohl die Farben der ganzen Stadt gedämpft sind, besitzen sie auch etwas Feuchtes, als sei die Tusche des Malers noch nicht getrocknet und verströme noch immer ihren Duft.

In nur einem halben Tag hatte Ningxia die gesamte Schwarze Stadt erkundet, ihr Interesse ungebrochen. Selbst als der Abend hereinbrach, trotzte sie dem Nieselregen und schlenderte die einzige Kopfsteinpflasterstraße der Stadt entlang, um in den Läden zu stöbern, die ihren alten Charme bewahrt hatten.

Die meisten Geschäfte hier eröffneten nach und nach nach den 1970er Jahren. Viele Ladenbesitzer bauten die Eingangshalle im Erdgeschoss ihrer Hofhäuser zu Geschäften um, während das Obergeschoss und der Innenhof als Wohnbereiche für mehrere Familien dienten. Nach der Stadterneuerung und der damit einhergehenden Öffnung gaben die Ladenbesitzer ihre traditionellen Gewerbe auf und boten stattdessen diverse moderne Artikel des täglichen Bedarfs, Haushaltsgeräte, bunte Kleidung, Zeitschriften usw. an, die einen starken Kontrast zum alten Stil der Läden mit ihren geschnitzten Fenstergittern bildeten.

Was Ningxia jedoch interessierte, waren nicht diese trendigen Waren, sondern die wenigen Läden, die noch immer die Tradition des Verkaufs antiker Gegenstände pflegten. Sie war überrascht festzustellen, dass Dinge wie Bronze-, Silber-, Leder- und Stoffwaren, die in den Großstädten längst aus der Mode gekommen waren, hier noch immer beliebt waren. Beim Schlendern durch diese Läden fühlte man sich wie auf einer fantastischen Zeitreise zwischen Antike und Moderne.

Ganz oben am blauen Steinweg standen drei ordentlich angeordnete Gedenkbögen, ein Symbol für die Stadt, die der Kaiser während der Ming-Dynastie zum Gedenken an drei tugendhafte Frauen errichten ließ. Ningxia spottete über solche altmodischen Bräuche, die die menschliche Freiheit einschränkten, und so wandte sie sich ab und ging in eine schmale Gasse zwischen den Ziegelhäusern am Rande des blauen Steinwegs.

Ningxia bereute es, in diese abgelegene Gasse gekommen zu sein, denn dieser Weg war für die Bewohner der Stadt nur eine Abkürzung nach Hause. Zu beiden Seiten reihten sich einfache Häuser mit Lehmwänden und grauen Ziegeln, und selbst die ehrwürdigeren Innenhöfe, die einst an der Blausteinstraße gelegen hatten, waren selten geworden. Es herrschte Stille, und eine leise, seltsame Atmosphäre stieg aus den Tiefen der Gasse auf. Je weiter sie ging, desto stärker wurde dieses Gefühl.

Von diesem Gefühl geleitet, erreichte Ningxia rasch eine karge Wiese am Ende des Weges. Dahinter erstreckte sich ein weites, üppig grünes Waldgebiet, das aus der Ferne wie eine dicke, dunkelgrüne Mauer wirkte und die Hektik der Welt an diesem anderen Ende abschirmte. Ein Schauer lief ihr über den Rücken, und Ningxia musste niesen, als sie merkte, dass sich Gänsehaut über ihren ganzen Körper gebildet hatte. Gerade als sie umkehren wollte, verstärkte sich der leichte Regen und verwandelte den Weg in eine Schlammpiste.

Ein kleiner Hof kam in Sicht. Er war äußerst unscheinbar, und an den grauen, alten Mauern zeichneten sich vereinzelte Wasserflecken ab. Doch in diesem Moment bot nur das Dachvorsprung vor diesem Hof Ningxia Schutz vor dem heftigen Regen. Sie durfte nicht zögern; der immer stärker werdende Regen trieb sie an, zum Dachvorsprung zu rennen.

Kaum hatte sie das Dachvorsprung erreicht, setzte ein Wolkenbruch ein. Ningxia ärgerte sich ein wenig, dass sie nur einen Touristenhut getragen hatte. Sie nahm den durchnässten Hut ab, schüttelte die Wassertropfen ab und berührte mit der rechten Hand einen weichen Gegenstand. Sie wirbelte herum und sah, dass jemand hinter ihr stand! Fast hätte sie aufgeschrien. Als sie hergerannt war, hatte sie niemanden gesehen. Er war wie aus dem Nichts aufgetaucht, ohne ein Geräusch von sich zu geben.

Als Ningxia sich beruhigt hatte, erkannte sie, dass der Mann vor ihr ein uralter Mann war. Sein genaues Alter ließ sich nicht bestimmen; sein Haar war schneeweiß, und er trug eine altmodische schwarze Robe. In seiner rechten Hand hielt er einen Sandelholzstock, der violett schimmerte. Der alte Mann, dessen Gesicht von tiefen Falten gezeichnet war, starrte Ningxia mit kalten, eisigen Augen an. Das fast unsichtbare Weiß seiner Augen durchbohrte Ningxias Körper wie Nadeln und ließ sie erschaudern.

Unter dem Blick des dunkelhäutigen alten Mannes zitterte Ningxia erneut, schluckte schwer und stammelte mit heiserer Stimme: „Onkel... alter Mann!“

Der alte Mann starrte Ningxia einen Moment lang mit seinen düsteren, kalten Augen an, bevor er fragte: „Was möchten Sie kaufen?“

Ningxia hielt inne, blickte hinter den alten Mann und erkannte plötzlich, dass es sich tatsächlich um einen kleinen, alten Laden handelte. Dieser Laden unterschied sich kaum von den anderen Läden in den Kopfsteinpflasterstraßen von Schwarzstadt, doch seine Lage an diesem abgelegenen Ort war rätselhaft. Während sie die Waren im Inneren aufmerksam betrachtete, überlief sie erneut ein Schauer.

Der Laden vor mir ist ein zweistöckiges „Yikeyin“-Gebäude, das viel älter und verfallener ist als die Hofhäuser entlang der mit Blaustein gepflasterten Straße. Das zinnoberrote Tor, das einst rot gewesen sein sollte, ist von Kochdünsten schwarz angelaufen und kaum wiederzuerkennen. Auch die mit Drachen- und Phönixmotiven verzierten Fensterrahmen sind von dicken Fettschichten bedeckt, und man kann die ursprüngliche Vergoldung noch schemenhaft erkennen. Nur am hohen Tor lässt sich noch der einstige Glanz dieses Gebäudes erahnen.

In dem kleinen Laden hingen unzählige Kränze in allen Farben und allerlei Bestattungskleidung und -utensilien. In einer Ecke standen zwei dunkle, glänzende Särge. Was Ningxia am meisten schockierte, war nicht nur die überwältigende Menge an Grabbeigaben, sondern die menschliche Gestalt direkt vor ihr. Der Raum war nur schwach beleuchtet; lediglich eine kleine Tür am Ende des Flurs ließ etwas Licht herein. Obwohl die meisten Grabbeigaben aus buntem Papier gefertigt waren, herrschte im ganzen Saal eine düstere, todesähnliche Atmosphäre, die einem einen Schauer über den Rücken jagte.

Auf dem Tisch der Acht Unsterblichen in der Mitte der Halle stiegen in einem kunstvoll gearbeiteten Räuchergefäß aus Bronze drei Sandelholzstäbchen auf, deren Rauchschwaden sich langsam verteilten. Das Licht, das durch die kleine Tür fiel, erzeugte ein seltsames Bild. Der muffige Geruch der Halle vermischte sich mit dem Sandelholzduft, und auch dieses Aroma war unbeschreiblich ungewöhnlich.

In Ningxias Augen schien alles im Raum eine einheitliche Hintergrundfarbe zu bilden, und was diese Hintergrundfarbe besonders hervorhob, war das auffälligste Gemälde an der Wand: eine schlanke, schöne Frau in altertümlicher Tracht, die ihr auf einer Schriftrolle gegenüberstand, deren Papier gräulich-gelb verfärbt war! Die gesamte Schriftrolle wirkte recht alt, doch die Frau auf dem Gemälde rief in Ningxia plötzlich ein unbeschreibliches Gefühl der Ehrfurcht hervor!

Die Frau auf dem Gemälde trägt einen wolkenartigen Haarknoten, der mit einer Haarnadel in Form eines fünf Phönixe und daran hängenden Perlen verziert ist. Sie trägt eine leuchtend rote Satinbluse mit goldenen und farbenfrohen Blumen- und Vogelmotiven auf rotem Satingrund. Darüber trägt sie eine rote Weste mit silbernem Pelzbesatz. Ihr roter Faltenrock ist mit goldenen und silbernen Schmetterlingsstickereien verziert. Um ihre Taille ist eine lange magentafarbene Schärpe gebunden, an der ein kleines rotes Säckchen hängt, auf dem ein zarter Schmetterling flattert.

Nach ihrer Kleidung zu urteilen, sieht sie aus wie eine Frau, die kurz vor der Hochzeit steht, doch das rote Kopftuch fehlt auf dem Bild, und ihr schönes Gesicht strahlt eine extrem melancholische und traurige Kälte aus.

Durch das Alter hatte sich die ursprünglich leuchtend rote Farbe in ein dunkles Blutrot verwandelt, und auch die Haut der Frau wirkte fahl. Diese düstere Farbe jagte den Betrachtern einen seltsamen Schauer über den Rücken, doch der lebensechte, melancholische Ausdruck und die kalten Augen der Frau ließen sie wie einem Gemälde entsprungen erscheinen und vermittelten den Eindruck unglaublicher Realität.

„Möchten Sie ein paar Antiquitäten?“, fragte der seltsame alte Mann mit heiserer Stimme.

Dieser Satz ließ Ningxia innehalten. Der Grund, warum sie diese alten Läden so gern besuchte, lag eben in ihrer Liebe zu Antiquitäten.

Ningxia drehte sich um und spürte einen Schauer über den Rücken laufen. Sie hatte das Gefühl, der seltsame alte Mann vor ihr könne ihre Gedanken lesen, und ihre Stimme zitterte leicht: „Was … antik?“

Die Falten des alten Mannes zuckten, sodass man nicht erkennen konnte, ob er lachte oder weinte; sein Gesichtsausdruck war äußerst grimmig. Langsam nahm er einen quadratischen Stoffbeutel aus dem Schrank neben sich, in dem Trauerkleidung aufbewahrt wurde, und stellte ihn auf den Tisch.

Beim Anblick des Stoffbeutels überkam Ningxia spontan ein seltsames Gefühl. Ihre Neugierde überwog die anfängliche Furcht, und sie ging langsam auf den Beutel zu. Er war aus blauem, batikgefärbtem, handgewebtem Stoff gefertigt, wie er im Südwesten üblich war. Die Farbe war gräulich-weiß geworden, und der Beutel wirkte recht alt. Aufsteigender blauer Rauch umhüllte ihn, und eine unheimliche Atmosphäre breitete sich von allen Seiten aus.

Ningxia schluckte schwer und senkte den Kopf, um der Frau auf dem Porträt nicht in die Augen zu sehen, da sie deren Blick auf sich gerichtet spürte. Sie griff nach dem Stoffbündel und löste den Knoten. Der graublaue Stoff entfaltete sich und gab eine rechteckige, purpurbraune Holzkiste frei, etwa so groß wie ein Wörterbuch. Die Kiste war ebenso dick wie breit, und ihre vier Seiten waren mit Szenen vom Geburtstagsbankett der Königinmutter verziert. Verschiedene Gottheiten hatten der verehrten Königinmutter unterschiedliche Schätze dargebracht. Neben dahinfließenden Wolken, uralten Bäumen und verschiedenen Fabelwesen war die gesamte Kiste mit einem einzigartigen, alten, durchscheinenden Muster versehen – die Handwerkskunst war exquisit.

„Was ist das?“, fragte Ningxia neugierig und blickte auf die kunstvoll geschnitzten Muster der sandelholzähnlichen Schachtel vor ihr. Sie hatte weder solche Muster noch eine solche Schachtel je zuvor gesehen.

"Das ist der Schminktisch!", sagte der alte Mann.

„Eine Kosmetikdose?“, fragte sich Ningxia und erkannte plötzlich, was es war. Sie hatte in Büchern davon gelesen; es war eine Dose, in der Frauen in der Antike Kosmetika aufbewahrten. In diesem Moment blickte Ningxia unwillkürlich zu der Frau auf dem Porträt auf, deren Blick ebenfalls ruhig auf sie herabsah.

„Das gehört ihr!“, verkündete der seltsame alte Mann Ningxias Gedanken.

„Wirklich?“, fragte sie. Ningxia lief ein Schauer über den Rücken. Sie hatte eigentlich so schnell wie möglich verschwinden wollen, doch die Sandelholzkiste vor ihr hatte sie in ihren Bann gezogen. Unbewusst griff ihre Hand danach, und plötzlich durchfuhr sie ein seltsames, aber doch vertrautes Gefühl wie ein elektrischer Schlag, der durch ihre Knochen bis in ihr Gehirn drang. Benommen sah sie einen Schmetterling mit uraltem Muster auf sich zuflattern, doch als sie versuchte, ihn zu fangen, verschwand er.

Einen Moment lang erschrocken öffnete Ningxia die Schachtel. Plötzlich erschien ein überraschtes Gesicht vor ihren Augen. Bei genauerem Hinsehen erkannte sie, dass das ihr vertraute Gesicht tatsächlich ihr eigenes war – ein bronzener Spiegel war in der Schachtel erschienen!

Der Spiegel hatte keine typische runde oder ovale Form, sondern war beinah

……

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