Kapitel 101

Er senkte den Kopf, um seinen erstaunten jungen Herrn anzusehen, und zögerte, bevor er sagte: „Junger Herr…“

Murong Yin betrachtete die Lotusblume aufmerksam.

Die Frau, die ihn einst so bezaubert und ihn dann endgültig ruiniert hat! Jetzt ist sie eine törichte Bettlerin, die auf der Straße lebt und von anderen schikaniert wird…

Der Schmerz in seinen Augen verstärkte sich, und nach einer Weile senkte er schließlich langsam den Kopf, als träfe er seine endgültige Entscheidung. Seine Stimme war leise, heiser und voller Trauer.

"……Gehen."

"Ja."

Yuan Qing stimmte eilig zu, drehte den Rollstuhl um und schob Murong Yin weit weg von der Gruppe lachender Leute, die törichte Lotusblume, die schikaniert und verspottet wurde.

Die heutigen Ereignisse sind wie Wasser, das keine Spuren hinterlässt; morgen werden wir uns fremd sein...

Der Rollstuhl bewegte sich langsam vorwärts.

Murong Yin starrte leer vor sich hin, in seinen Augen lag eine tiefe, stille Trauer.

"Bitte..." Sie lehnte sich leise an seine Schulter, ihr Blick klar und unschuldig, ihre Stimme so ruhig wie Wasser, "Ganz egal was passiert, bitte gib den Lotus nicht auf, okay?"

...

Im Licht der Kongming-Laternen erstrahlte sein Lächeln sanft. „In diesem Leben und im nächsten bin ich dein Schicksal. Du bist meine Frau, und ich werde für den Rest meines Lebens für dich sorgen. Solange ich hier bin, werde ich nie wieder zulassen, dass du gemobbt wirst …“

Ich konnte die Aufregung hinter mir schwach hören.

Mein Herz schmerzt wie von Nadeln gestochen.

Murong Yin saß in seinem Rollstuhl, schloss apathisch die Augen und spürte einen stechenden Schmerz im Herzen. Zwei klare Tränen waren bereits über sein schönes Gesicht gelaufen…

"Dampfbrötchen, Dampfbrötchen, mein Dampfbrötchen..."

Plötzlich war aus der Menge das Weinen eines Mädchens zu hören. Jemand hatte ihr das gedämpfte Brötchen entrissen und weggeworfen, und sie weinte töricht, während sie dem weggeworfenen Brötchen hinterherjagte.

Die gedämpften Brötchen rollten aus der Menge hinaus und wurden dabei mit schmutzigem Schlamm bedeckt.

Lotus holte sich auch dieses total verdreckte Dampfbrötchen.

Eine schlanke Hand hob das schmutzige, gedämpfte Brötchen vom Boden auf, bevor sie es erreichen konnte, schälte vorsichtig die schmutzige Hautschicht ab und reichte ihr das saubere Brötchen.

Lotus hielt das gedämpfte Brötchen in den Händen, vergaß aber, es zu essen. Sie blickte auf und starrte den Mann im Rollstuhl vor ihr ausdruckslos an. Plötzlich fiel ihr ein, dass sie ihn eben noch gesehen hatte, doch er war verschwunden.

Sie lächelte, ihre Augen waren trotz ihres schmutzigen Gesichts noch immer klar, und fragte ausdruckslos: „Du bist wieder da.“

"Ja, ich bin zurück."

Die Tränen in Murong Yins Augen waren noch nicht getrocknet. Er blickte schweigend auf das vertraute Gesicht vor ihm und fragte leise: „Wie bist du hierhergekommen?“

Lotus biss in das gedämpfte Brötchen, neigte den Kopf, um nachzudenken, blickte dann auf und schenkte der Person im Rollstuhl ein wehmütiges Lächeln.

"...Weil...ich nach Hause will..."

Murong Yin war untröstlich.

Seine Hand glitt langsam auf ihren Kopf, während er ihr dabei zusah, wie sie genüsslich das gedämpfte Brötchen in ihrer Hand aß und wie sie lächelte – so rein und gelassen wie ein Neugeborenes.

Heiße Tränen rannen ihm über das Gesicht, doch er lächelte schwach hindurch und sagte leise:

„Lotus, ich bringe dich nach Hause.“

Da es kein Zurück gibt, warum an der Vergangenheit festhalten? Da wir nicht füreinander bestimmt sind, warum Versprechen abgeben? Die Ereignisse von heute sind wie Wasser, das keine Spuren hinterlässt; morgen werden wir Fremde sein…

Er konnte immer noch nicht an ihr vorbeigehen, und von da an waren sie Fremde...

Jetzt, wo ich umgekehrt bin, ist es immer noch etwas, das ich nicht vergessen kann...

Band 2

Drei Monate später.

Murong Yin vom Anwesen Mianrong heiratet. Das Anwesen hat zahlreiche Hochzeitseinladungen verschickt. Zahlreiche Kampfsportler, die eine Einladung erhalten haben, sind bereits auf dem Weg dorthin, um an der großen Feier teilzunehmen.

Die gesamte Hochzeit wurde natürlich von Murong Ci, der neuen Besitzerin von Murong Manor, organisiert.

Die Brautsänfte wurde von Murong Yins Villa in Yangzhou bis zum Herrenhaus Murong getragen. Als sie die Lotus-Teich-Brücke passierten, stand dort still eine Person in schneeweißem Gewand.

Den Sänftenträgern machte das nichts aus, und sie trugen die Brautsänfte weiter.

Im Brautwagensessel lächelte Lotus, gekleidet in ein leuchtend rotes Hochzeitskleid, die ganze Zeit über glücklich, denn nach diesem Weg würde sie die Person im Rollstuhl sehen, die Person, die immer so freundlich zu ihr gewesen war.

Er fragte sie einmal, ob sie ihr Leben lang mit ihm zusammen sein wolle, und sie nickte glücklich und sagte ihm, dass sie mit ihm zusammen sein wolle.

Wir werden für immer zusammen sein!

Die Brautsänfte glitt langsam die Lotus-Teich-Brücke hinauf. Lianhua hob ihren Schleier, zog glücklich den Vorhang zurück und blinzelte mit ihren großen Augen, als sie hinausschaute.

Tausende von Lotusblumen blühen und verströmen einen erfrischenden Duft.

Auf der Liantang-Brücke.

Da war ein junger Mann in Weiß, mit einem überaus schönen Gesicht und einem heiteren und warmen Lächeln in seinen schmalen Augen, der einfach nur dastand und zusah, wie die Brautsänfte eintraf.

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