Kapitel 13

"Gut!"

Ye Chuhan schien vom ungezügelten und freien Tanz der Hirten angesteckt zu sein, und sie sprang tatsächlich auf und tanzte mit der Gruppe. Dieser Tanz war der kraftvollste und schwungvollste Hu-Teng-Tanz der Westlichen Wüste.

Flammen züngelten auf, und schattenhafte Gestalten bewegten sich umher.

Ye Chuhan tanzte ausgelassen am Lagerfeuer, ihr weißes Kleid flatterte und schwang. Ihr Tanz war kraftvoll und ungebändigt, und ihr schönes Gesicht, das bereits Spuren der Trunkenheit zeigte, war von einem kühnen Lächeln erhellt. Ihre wirbelnden Schritte wirkten chaotisch, doch sie besaßen die stolze Haltung und Ausstrahlung eines Wüstenadlers und versetzten alle in Ehrfurcht und Bewunderung.

Lotus hatte niemals geahnt, dass Ye Chuhan von der Tianshan-Schneesekte so zügellos sein würde.

Erleuchtet vom prasselnden Lagerfeuer.

Ye Chuhans ungezügeltes Lachen hielt an, sein schönes Gesicht strahlte Heldenmut und grenzenlosen Ehrgeiz aus. Die Wüstenhirten klatschten und sangen ihm zu Ehren, und die hübschen Hirtenmädchen erröteten, sobald sie ihn erblickten.

Lotus saß still inmitten der jubelnden Hirten.

Sie beobachtete Ye Chuhan, wie er inmitten der Menge am Lagerfeuer tanzte, seine anmutigen Bewegungen, sein schönes Gesicht und die ungebändigte, entrückte Ausstrahlung, die ihn umgab.

Die Flammen leuchteten hell.

Ihre blütenblattartigen Lippen hoben sich leicht, wie der erste schmelzende Schnee, eine Lotusblume, die sanft lächelt.

Ye Chuhan, die in der Menge stand, hörte plötzlich mit ihrem ausgelassenen Tanz auf.

Er wandte sich von den ausgelassen lachenden Hirten um ihn herum ab, und sein klares Gesicht verriet Überraschung, als er das weiß gekleidete Mädchen betrachtete, deren Lächeln so strahlend war wie eine blühende Lotusblume im Feuerschein.

Es gibt noch so schöne Lächeln auf dieser Welt.

Ihre Schönheit war unvergleichlich, wie eine Lotusblume, die im Morgengrauen in Jiangnan erblüht. Das Feuerlicht erhellte ihr Gesicht und ließ es so aussehen, als würden sich ihre Blütenblätter anmutig entfalten.

Unter dem klaren Nachthimmel brannten unzählige Freudenfeuer heftig und ungezügelt...

Lotus bemerkte schließlich Ye Chuhans überraschten Gesichtsausdruck.

Ihr Lächeln erstarrte für einen Moment. Unbewusst berührte sie ihr Gesicht, unfähig zu glauben, dass sie gerade... unwillkürlich gelächelt hatte.

Sie war etwas verlegen, stand rasch von den jubelnden Hirten auf und wandte sich zum Gehen.

Ye Chuhan war verblüfft, drehte sich dann um und rannte ihnen nach.

Am Eingang zum Blumental fallen die Pflaumenblüten lautlos zu Boden.

Durch den starken Alkohol hatte Ye Chuhans ursprünglich blasses Gesicht wieder eine leichte Farbe angenommen. Sein Lächeln blieb fröhlich und unbeschwert, und seine Brauen verrieten einen kühnen und ungehemmten Geist.

„Der heutige Tag hat meine Erwartungen wirklich übertroffen!“

Ye Chuhan drehte sich lächelnd um, blickte auf die Lotusblume hinter sich, trat vor und nahm ihre Hand: „Ich hätte nie gedacht, dass dein Lächeln so schön ist.“

Seine Handflächen strahlten eine wohltuende Wärme aus.

Lotus sprach nicht und zog ihre Hand auch nicht zurück. Ihr Gesicht lächelte nicht mehr; es war nun von der eisigen Gleichgültigkeit der Vergangenheit gezeichnet.

Ye Chuhan schien davon jedoch nichts zu ahnen.

Er nahm Lianhuas Hand und ging mit ihr zum Pflaumenbaum. Seine langen, eleganten Augen strahlten ein Lächeln aus, heller als der Schnee. „Eines Tages werde ich nicht mehr der Anführer der Tianshan-Schneesekte sein. Ich werde ein ganz normaler Mensch sein, der durch die Wüste reitet und ein unbeschwertes Leben führt. Ich werde die Hand der Frau halten können, die ich liebe, und mit ihr alt werden, genau wie du gesagt hast, ohne jemals getrennt zu sein.“

Lotus spürte, wie seine Handflächen immer heißer wurden.

Plötzlich verspürte sie ein Engegefühl in der Brust.

„Lotus, eines Tages“, Ye Chuhan wandte sich schließlich ihr zu, sein Gesicht elegant und schön, seine Stimme tief und liebevoll, „möchte ich, dass du ein Hochzeitskleid und einen Schleier trägst und meine Frau wirst, Ye Chuhan.“

Unter dem Pflaumenblütenbaum herrschte einen Moment lang Stille.

Schnee bedeckte den Boden, und Sterne füllten den Himmel.

Die duftenden Pflaumenblüten fielen auf den reinweißen Schnee, sodass selbst der glitzernde Schnee einen leichten Pflaumenduft zu verströmen schien.

Lotus blickte Ye Chuhan schweigend an, tausend Worte lagen ihr auf der Zunge, aber sie sagte kein Wort.

Schließlich zog sie ausdruckslos ihre Hand aus Ye Chuhans zurück, ihre Stimme so ruhig wie abgestandenes Wasser, ohne jede Emotion: „Sektmeister, habt Ihr es vergessen? Lotus sagte, ich hätte jemand anderem ein lebenslanges Versprechen gegeben.“

Während sie sprach, verstärkte sich die Enttäuschung in ihren Augen noch.

Aber er konnte es nicht sehen.

Als sie sich plötzlich umdrehte und ging, verengten sich Ye Chuhans Pupillen stark.

Er sah ihr nach, wie sie immer weiter wegging, in die Ferne, während die silbernen Bänder in ihrem langen, schwarzen Haar im silbernen Mondlicht noch kälter und gleichgültiger wirkten.

Plötzlich stieß er ein kaltes Lachen aus: „Lotus, du hast das gut gemacht, du hast wirklich eine tolle Leistung erbracht!“

Kaum hatte er ausgeredet, sprang er auf.

Seine Gestalt flackerte, die Wolken veränderten sich, und im nächsten Augenblick stand er vor Lotus. Ihr Blick war ruhig wie Wasser, und sie rührte sich nicht. Sie spürte nur, wie eine Gestalt vor ihren Augen aufblitzte und sich ihr Haaransatz plötzlich lockerte.

Ihr langes, wolkenartiges Haar fiel ihr über den Rücken, und das dünne silberne Band, mit dem sie es zusammengebunden hatte, befand sich nun in Ye Chuhans Händen.

Lotus blickte zu ihm auf.

Ein kurzer, scharfer Ausdruck huschte über Ye Chuhans Gesicht. Er hob die Hand, und die silberne Peitsche kehrte in Lotus' Hand zurück. Er selbst drehte die Hand leicht, und mit einem leichten Schwung seines Ärmels erschien ein kristallklares Langschwert in seiner Hand.

Das Langschwert war so transparent wie Glas, mit einer schmalen und schlanken Klinge, doch von Spitze zu Spitze floss ein blendendes Licht wie Quecksilber und blendete die Augen.

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