Murong Yin lächelte sanft.
Er schüttelte den Kopf, lächelte aber noch immer leicht: „Nein, das hat nichts mit dir zu tun, du brauchst nicht traurig zu sein.“
Sein Tonfall klang, als würde er ein verängstigtes Kind trösten.
Lotus senkte den Kopf.
Neben dem Lotusteich, wo die Lotusblumen in voller Blüte stehen.
Sie zupfte an seinem leuchtend gelben Ärmel, den Kopf leicht gesenkt, und betrachtete sein Spiegelbild im plätschernden Wasser des Teichs unter der Brücke; ihre großen Augen glänzten in einem klaren Licht.
Jetzt.
Der gutaussehende Mann, der neben ihr stand, vergaß trotz seiner eigenen Traurigkeit nie, andere zu trösten und ihnen Wärme zu spenden.
Also... es gibt solche Menschen auf dieser Welt...
Nacht.
Die zarten, verstreuten Blütenblätter der Magnolien fielen wie Schneeflocken. Eine sanfte Brise wehte vorbei, und die Lotusblumen im Teich wiegten sich sanft wie die geschmeidige Taille einer Dame.
Auf der Neun-Kurven-Brücke.
Murong Yin saß still in dem kleinen Pavillon auf der Neun-Kurven-Brücke und blickte in den grenzenlosen Nachthimmel, seine leuchtend gelben Ärmel flatterten sanft in der Nachtbrise.
Ein warmer, langer Mantel war über seine Schultern gelegt.
Murong Yin drehte den Kopf, und Lianhua stand neben ihm. Ihr sanfter Teint hatte sich deutlich verbessert, und ihre strahlenden Augen waren noch klarer und leuchtender.
„Dreizehnter junger Meister, hütet euch vor der Kälte in der Nacht.“
Murong Yin lächelte mit sanftem und feinem Ausdruck und sagte: „Ihr braucht mich nicht Dreizehnter Jungmeister zu nennen. Mein richtiger Name ist Murong Yin. Nennt mich einfach Dreizehnter Bruder, so wie Hua Chen es tut.“
Murong Yins Augen lächelten immer.
In der Welt der Kampfkünste sagt man, dass Murong Yin aus der Murong-Familie der tugendhafteste Mensch der Welt sei und nur ein Mensch mit einem so offenen und ehrlichen Herzen ein so gelassenes und distanziertes Lächeln haben könne.
Die Magnolienblüten wiegten sich sanft in der Nachtbrise.
Murong Yin kicherte plötzlich leise: „Vor vielen Jahren blieb meine jüngere Schwester Xiao Ci, genau wie Hua Chen, jeden Tag an meiner Seite und nannte mich Dreizehnter Bruder.“
"..."
Er blickte in den fernen Nachthimmel, dessen silbriger Schimmer sich über sein langes Gewand ergoss. „Xiao Ci ist meine einzige Schwester. Schade nur, dass sie vor sechs Jahren, als sie erst vierzehn war, von zu Hause weggelaufen ist und seither vermisst wird.“
"..."
„Hua Chen ist mein Cousin. Er und Xiao Ci sind seit ihrer Kindheit verlobt. Die beiden... standen sich schon immer sehr nahe.“
Lotus hörte seiner Geschichte schweigend zu.
Murong Yin wandte sich Lianhua zu. Im Mondlicht war Lianhuas Gesicht schneeweiß. „Ich bin eigentlich nach Hongxiuzhao gegangen, um meine jüngere Schwester Xiaoci zu suchen, aber ich hätte nie erwartet, dich zu treffen. Das muss Schicksal sein.“
Im Mondlicht.
Seine Augen strahlten ein warmes Licht aus, das die Herzen der Menschen erwärmte.
Eine sanfte Nachtbrise weht.
Unterhalb des Lotusteichs an der Neun-Kurven-Brücke wiegen sich anmutige Lotusblüten lautlos im Wind, ihre smaragdgrünen Blätter entfalten ihre breiten Blütenblätter und erfüllen den gesamten Innenhof mit einem zarten Duft.
Lotus setzte sich langsam neben Murong Yin.
Ohne ein Wort zu sagen, lehnte sie sich sanft an Murong Yins Schulter, ihre leuchtend gelben Kleider schimmerten vor ihren Augen in einem warmen, blendenden Licht.
Ihre Stimme war leise, aber voller zärtlicher Gefühle: „Dreizehnter junger Meister, Ihr werdet Xiao Ci bestimmt finden.“
Murong Yin war verblüfft.
"Aber bitte..." Lotus lehnte sich leise an Murong Yins Schulter, ihre Augen klar und unschuldig, ihre Stimme so ruhig wie Wasser, "Egal was passiert, bitte verlass Lotus nicht, okay?"
Die Verwirrung in Murong Yins Augen verblasste langsam.
Er drehte den Kopf leicht zur Seite und betrachtete ruhig das Mädchen, das sich an seine Schulter lehnte, mit tiefen, sanften Augen.
Die Nachtbrise war kühl.
Ein paar schwarze Haarsträhnen fielen neben die hellen Wangen des Mädchens, ihre langen, geschwungenen Wimpern hingen so zart herab wie Schmetterlingsflügel, und ihre kleinen Lippen waren etwas blass.
Dieses bemitleidenswerte und hilflose Waisenmädchen hat endlich jemanden gefunden, auf den sie sich verlassen kann.
Aber sie hatte trotzdem Angst.
Murong Yins Herz bebte leicht.
Er streckte die Hand aus und umfasste langsam ihre weiche, knochenlose kleine Hand.
Ihre Hände waren kalt.
Die Kühle löste in ihm einen leichten Stich des Schmerzes aus. Er schwieg, hielt einfach sanft ihre Hand, und die Wärme seiner Handfläche übertrug sich langsam auf sie.
In jener Nacht.