Kapitel 61

Wo genau befindet sich Qingyi? Niemand weiß es. Doch jeder weiß, dass Qingyi ihrem Herrn treu ergeben ist und Prinzessin Fengxue mit Sicherheit kontaktieren wird. Daher sind alle Augen auf Fengxues Aufenthaltsort gerichtet.

Feng Xue war sich bewusst, dass jeder ihrer Schritte von der ganzen Welt beobachtet wurde, und sie wusste genau, wie viele Menschen sie überwachten. Doch das war ihr egal; sie musste Qingyi jetzt finden.

Qingyi kannte sie schon viele Jahre und wusste sehr gut über ihren Charakter Bescheid. Qingyi würde Shuangdie niemals vergiften und wusste genau, wer hinter all dem steckte.

Shuangdies Absichten waren ihr gleichgültig; sie hätte einfach zusehen können. Aber sie hätte ihrem Volk nicht wehtun dürfen. Wenn es jemals jemand getan hätte, hätte Feng Xue es zehnfach heimgezahlt!

Band 1, Kapitel 111: Der Showdown 3 (Eine Adlige unter dem Volk)

Das Fenster im Zimmer war halb geöffnet.

Ein Zweig mit leuchtend roten, voll erblühten Pflaumenblüten wehte durchs Fenster herein.

Das warme Sonnenlicht strömte träge durch das Fenster und beleuchtete die roten Pflaumenblüten und ihren Duft, während es auf die schneebedeckten Bäume draußen schien.

Vielleicht war es der Duft der Pflaumenblüten, der Feng Xues scharfen Blick allmählich erlöschen ließ und ihn einem sanften Leuchten in ihren Pupillen wich. Langsam, ganz langsam, wurden die Linien auf Feng Xues Lippen weicher.

Als sie Li Ge zum ersten Mal begegnete, standen die Pflaumenblüten ebenfalls in voller Blüte.

"Frau, warum weinst du?"

Unter dem Pflaumenblütenbaum kauerte Feng Xue mit verhülltem Gesicht, ihr langer weißer Rock bedeckte den Schnee, auf dem sich ein paar vom Baum gefallene Pflaumenblütenblätter befanden.

Als Feng Xue das Geräusch hörte, erschrak sie und unterdrückte die Tränen, die ihr in die Augen stiegen. Sie presste die Lippen zusammen und stand auf. Obwohl ihr Gesicht von Wunden und Narben gezeichnet war, hob sie den Kopf leicht, so stolz wie die Pflaumenblüten hinter ihr.

Doch diese tausendfüßlerartigen Narben beeinträchtigten ihr edles Auftreten nicht im Geringsten.

"Wer bist du?", fragte eine klare Stimme.

Li Ge starrte sie an und bewunderte sie innerlich. Die Person vor ihm besaß eine wahrhaft seltene Gabe, eine, die nur einmal unter Millionen vorkommt.

Plötzlich fiel ihm eine Kette aus Glasperlen ins Auge. Dann, als er das vernarbte Gesicht betrachtete, huschte ein wissender Ausdruck über sein Gesicht.

Li Ge kicherte leise, ihre hellbraunen Augen strahlten vor Sonnenlicht.

"Frau, du bist Prinzessin Fengxue."

Feng Xue blickte ihm tief in die Augen und war einen Moment lang wie gebannt.

Die Person vor ihr war in Weiß gekleidet. Obwohl sie unscheinbar wirkte, glichen ihre braunen Augen der Wintersonne, die den Frost vertrieb und Wärme spendete, sodass sie die Traurigkeit, die sie bei ihrer Zeremonie zum Erwachsenwerden empfunden hatte, beinahe vergaß.

Doch Feng Xue trat schnell aus dem Sonnenlicht, musterte ihn misstrauisch und blickte sich dann um.

"Frau, es ist niemand um dich herum."

„Wer bist du?“, fragte Feng Xue, den Kopf immer noch leicht geneigt, ihr Blick scharf.

Li Ge blickte in ihren durchdringenden Blick und verspürte plötzlich einen stechenden Schmerz in seinem Herzen. Er erkannte, dass sich hinter ihrer Schärfe ein Kummer verbarg, den sie zu verbergen suchte.

Plötzlich sprang Li Ge vor sie, seine warmen Hände berührten sanft die Narben in ihrem Gesicht, seine braunen Augen strahlten vor Zärtlichkeit.

Ein kalter Windstoß fuhr vorbei, und die Zweige des Pflaumenbaums zitterten leicht.

Feng Xue verspürte keinerlei Kälte. Als diese warmen Hände ihr Gesicht berührten, war sie verblüfft, überrascht von dem Kribbeln und der Wärme, die sie auslösten.

"Frau, ich bin die Ärztin, die Ihr Gesicht heilen kann."

Feng Xues Wimpern zitterten leicht.

Feng Xue blickte in diese mitleidigen braunen Augen und biss sich leicht auf die Lippe: „…Bedingungen?“

Das Mitleid wich, und langsam breitete sich ein Lächeln aus, das Sonnenschein, Wärme und Duft verströmte. Li Ge flüsterte: „Frau, ich möchte dein wahres Ich sehen.“

Sanft schwebten Pflaumenblüten herab, landeten neben den beiden und schmückten die schneeweiße Erde.

Ein rotes Blütenblatt landete auf Feng Xues Augen. Sie schloss die Augen, ihre Wimpern zitterten leicht, und dann fiel das Blütenblatt langsam zu Boden.

Als die Blütenblätter zu Boden fielen, öffnete sie die Augen, ihr Blick so klar wie Flusswasser.

"……Gut."

Feng Xue blickte aus dem Fenster auf den Pflaumenbaum, ihre Augen voller warmer Erinnerungen.

Plötzlich verschwand die Wärme, und ein Schauer stieg mir in die Augen.

Unter dem Pflaumenbaum erschien eine Gestalt in Aprikosenblüten. Diese Gestalt war niemand anderes als Zi Xing, die beliebteste Magd im Palast des Prinzen und die persönliche Zofe der Konkubine.

Band 1, Kapitel 112: Die Auseinandersetzung 4 (Eine Adlige unter dem Volk)

Zixing war etwas nervös, ihre Hände fest in den Ärmeln geballt, und sogar ein paar Schweißperlen traten hervor. Es war das erste Mal, dass sie den Schneepavillon betrat.

Sie hatte die Prinzessin schon mehrmals gesehen. Obwohl die Narben im Gesicht der Prinzessin furchterregend waren, waren es die Augen der Prinzessin, die sie wirklich entsetzten. Der Blick der Prinzessin schien unveränderlich, stets ruhig. Doch hinter dieser Ruhe verbarg sich eine Schärfe wie die eines Adlerauges, als ob jede ihrer Bewegungen unter ihrem wachsamen Auge stünde.

Wenn es nicht die Befehle der Konkubine wären, würde sie lieber einem grimmig aussehenden, stämmigen Mann gegenübertreten als der Prinzessin.

Zixing ging zur Tür von Xuelou und blieb stehen.

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Ein schmaler Streifen gefilterten Sonnenlichts fiel auf den Schminktisch.

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