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Zhao Xiyin, der daneben stand, war wütend, als er das hörte.
Zhou Qishen saß da mit einem schwachen Lächeln und ausdruckslosem Gesicht. Er war höflich, aber es fehlte ihm an Herzlichkeit.
Nachdem mein Cousin eine halbe Stunde lang Lärm gemacht hatte, beruhigte er sich endlich.
Zhou Qishen tat so, als sei nichts geschehen, klopfte sich den Staub von der leicht zerknitterten Kleidung, stand auf und sagte: „Sie müssen heute müde sein. Wir können das nicht so schnell besprechen. Ruhen Sie sich erst einmal aus. Ich habe meine Sekretärin gebeten, ein Hotel zu buchen. Morgen wird Sie jemand zur Verbotenen Stadt und zur Chinesischen Mauer bringen.“
Die Leute gingen, die Tür schloss sich, und es wurde so still im Haus wie in einem alten Grab.
Zhou Qishen stand an der Tür, stützte sich mit den Händen auf das Türblatt, den Kopf leicht gesenkt, die Schultern hoben und senkten sich im Rhythmus seines Atems.
Er rührte sich nicht und atmete schwer.
Eine halbe Minute lang betrat Zhou Qishen wortlos das Schlafzimmer, legte sich hin, nahm ein Kissen und bedeckte seinen Hinterkopf damit. Er schlief ein, ohne auch nur die Schuhe auszuziehen.
Zhao Xiyin stand im Wohnzimmer, spähte durch die halb geöffnete Schlafzimmertür und ihr Herz setzte einen Schlag aus.
Fünf Minuten später schlich sie ins Schlafzimmer, fand die Fernbedienung und zog die Vorhänge zu, sodass nur noch ein schwaches Licht für ihn anblieb. Sie ging zurück ins Wohnzimmer, wo sein Handy, sein Portemonnaie und seine Autoschlüssel auf dem Tisch lagen. Zhao Xiyin räumte sie weg und bemerkte dann die zwei fast leeren Packungen Schlaftabletten daneben. Ihre Finger zuckten, aber sie legte sie trotzdem in die Schublade. Als sie diese schloss, griff sie noch einmal nach unten und versteckte die beiden Packungen ganz unten. Sie drückte sie fest zu und fühlte sich erleichtert.
Zhao Xiyin lehnte sich auf dem Sofa zurück, warf hin und wieder einen Blick auf die Uhr und schaute immer wieder ins Schlafzimmer zurück.
Er muss tief und fest schlafen.
Zhou Qishens Handy empfing ständig Nachrichten, der Bildschirm leuchtete immer wieder auf. Zhao Xiyin warf einen Blick darauf und sah die fünf meistgesehenen Apps auf seinem Bildschirm –
Webseite für vermisste Personen
Chinas öffentliche Wohlfahrtsfamiliensuche
Liebe Heimkehr
Finde dich
Zhao Xiyins Herz setzte einen Schlag aus, und ihre Hände zitterten. Gerade als die Traurigkeit in ihr aufstieg, drang plötzlich ein dumpfer, unterdrückter Schlag aus dem Schlafzimmer –
Zhao Xiyin stürmte herein. Zhou Qishen saß aufrecht da, hielt sich die Haare, sein Gesicht vor Schmerzen verzerrt. Er war schweißgebadet, seine Kleidung klebte an seiner Brust und seinem Rücken. Zhao Xiyin erschrak. „Hattest du wieder einen Albtraum?“
Zhou Qishen war wie benommen, seine Albträume glichen glühenden Eisenketten, die seine Hände und Füße fesselten und seinen Geist unterdrückten. Er stürzte in einen Abgrund, unfähig, auch nur einen Schimmer Licht in seinen Träumen zu erkennen.
Zhao Xiyins Stimme klang von unverhohlener Besorgnis und einer sanften Zärtlichkeit erfüllt, die sie vergessen hatte zu unterdrücken.
Zhou Qishens Augen waren feucht, und er starrte sie ausdruckslos an, wobei er für einen Moment vergaß, ob er träumte oder in der Realität war. Sein Herz hämmerte, und instinktiv umarmte er sie fest.
Zhao Xiyin wurde von ihm fest umklammert, wie von einer undurchdringlichen Mauer.
Zhou Qishen vergrub sein Gesicht in ihrem Hals; sein Gesicht brannte heiß, seine Nase brannte heiß und seine Lippen brannten heiß.
Ein paar Sekunden später verspürte Zhao Xiyin einen Hauch von Kühle.
Zhou Qishen konnte nicht zwischen Realität und Fantasie unterscheiden und murmelte mit heiserer Stimme: „...Ehefrau.“
Zhao Xiyin erstarrte. Ihre Hände, die sich zuvor gewehrt und ihn von sich gestoßen hatten, wurden weich und streichelten ihn sanft. Ihre Handflächen ruhten auf seinem Nacken und kneteten ihn leicht – eine Geste der Beruhigung, der Zärtlichkeit, des Abgleitens in einen Zustand vollkommener Verliebtheit.
Kapitel 18 Was für ein Mann ist er? (1)
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