Xiao Ning murmelte leise vor sich hin, ihr Blick durchdrang die Raumschichten, schweifte in die sechs Himmelsrichtungen und acht Ödlande und suchte nach ihrem Ziel.
Sein Blick schweifte über die gesamte menschliche Welt, scharf wie der Schein einer Fackel.
Schließlich verengten sich Xiao Nings Pupillen plötzlich, und er starrte in eine Richtung.
Der Ort, der in seinen Blick fiel, kam ihm irgendwie bekannt vor.
Hier begann seine Reise.
Qingxu-Tempel.
Im Sichtfeld konnte man erkennen, dass sich über dem Qingxu-Tempel aus allen Richtungen ein kontinuierlicher Strom von Wasserdampf mit alarmierender Geschwindigkeit sammelte.
Eine gewaltige, pechschwarze Wolke, Schicht um Schicht, dehnte sich immer weiter aus.
Inmitten der aufgewühlten Wolken konnte man riesige Blitzschlangen sehen, die sich rollten und heulten; ihr donnerndes Gebrüll klang wie die Wut urzeitlicher Bestien.
Unter den Wolken bildete sich langsam ein Tornado, der sich immer weiter verstärkte.
Die Erde war voller fliegendem Sand und Steinen, und unzählige Bäume schwankten und bebten wild, als wären sie weggefegt worden.
Riesige Wellen türmten sich auf Flüssen und Seen auf und erreichten Höhen von mehreren hundert Metern.
Im Inneren des Qingxu-Tempels standen einige Älteste und Jünger am Rand der Klippe und blickten mit entsetzten Gesichtern zu dem furchterregenden Himmelsphänomen hinauf.
Xiao Ning, Tausende von Kilometern entfernt, sah all dies in seinen Augen gespiegelt und war äußerst überrascht; er konnte sich ein Keuchen nicht verkneifen.
"Ich hätte nie gedacht, dass der Ort, an dem die Flut ausbrach, der Qingxu-Tempel sein würde."
Ich hätte nie gedacht, dass sich so eine Katastrophe in der Nähe des Qingxu-Tempels ereignen würde.
Da der Landkreis Chinghae jedoch in Küstennähe liegt, sind Tsunamis unter dem Einfluss von Taifunen keine Seltenheit.
Es ist zu beachten, dass die schwere Dürre im Kreis Jinling zu einer weitverbreiteten Dürre geführt hat, die unzählige Menschen vertrieben und mittellos gemacht hat.
Sollte es im Kreis Qinghai zu einer massiven Überschwemmung kommen, wären die Folgen nicht weniger gravierend als die der Dürre hier.
Wenn die gewaltige Flutwelle ungehindert über das Gebiet hinwegfegen kann, wird die Gegend im Umkreis von Hunderten von Kilometern um den Qingxu-Tempel wahrscheinlich zu einem riesigen Ozean werden.
„Ich werde das auf keinen Fall zulassen.“
Xiao Ning hatte sich fest vorgenommen, diese Katastrophe zu verhindern.
Seine Stimme war nicht laut und sein Tonfall eher ruhig, doch schien er von der ganzen Welt gehört zu werden, und selbst die Brise am hohen Himmel schien zu erstarren.
Er blickte gleichgültig auf die Welt um sich herum.
Dann begann er, Handzeichen und Beschwörungen auszuführen.
Die Sonne steht hoch am Himmel, ihre gleißenden Strahlen werfen endlose Hitze auf die Erde herab, wie ein Ofen, der das Land backt und versucht, es auszutrocknen.
Hoch oben ist der Himmel klar und azurblau, ohne eine einzige Wolke.
Ein starker Wind heulte und brachte eine brütend heiße Brise mit sich.
Hitzewellen zogen über das Land hinweg.
Genau in diesem Moment ertönte plötzlich eine schwache Stimme.
"Der Wind kommt!"
Hoch oben am Himmel.
Wie eine goldene Regel scheint ein einfacher Satz unendliche Magie zu besitzen, genug, um die Welt zu verändern.
Sein Erscheinen verband Himmel und Erde, entfachte die Lebenskraft und machte diese Welt, diese endlose Landschaft, völlig anders.
Es war, als ob der Himmelskaiser einen Befehl erteilte, der über den weiten Himmel und die Erde widerhallte.
Im Nu schien die Welt still zu werden.
Nach einem Moment der Stille.
"Wusch! Wusch!"
Der sengende Wind, der zuvor unaufhörlich geheult hatte, begann nachzulassen, und nach einem Moment hörte er sogar ganz auf.
Noch überraschender war jedoch, dass der Wind plötzlich in die entgegengesetzte Richtung wehte.
Dieser starke Gegenwind bewegt sich zwar langsam, seine Geschwindigkeit nimmt aber mit der Zeit allmählich zu.
Vermutlich wird es nicht mehr lange dauern, bis dieser Gegenwind seinen Höhepunkt erreicht.
Sein ohrenbetäubender, wütender Klang wird jeden auf der Welt schockieren und sogar erschrecken.
Ein heftiger Wind wehte aus tausend Meilen Entfernung heran und brachte unermessliche Feuchtigkeit und Wolken mit sich, die die ganze Welt augenblicklich mit dichten Wolken, Donner und Blitz verdunkelten.
Die dunklen Wolken am Himmel türmten sich wie Meereswellen auf, erzeugten ein rauschendes Geräusch und wirkten unglaublich schwer, als hätten sie unendlich viel Feuchtigkeit angesammelt, die zu Regentropfen kondensierte.
"Es wird regnen!"
Ein weiterer lauter Schrei ertönte.
Eine dunkle Wolkenmasse von fast tausend Meilen Durchmesser sammelte sich langsam, wurde immer dichter und der Himmel verdunkelte sich zunehmend.
Blitze zuckten und Donner grollte in den dunklen Wolken.
Unter den dunklen Wolken heulte der Wind heftig.