Den nächsten Monat saß der Junge auf der Straße, wo er an jenem Tag um Essen gebettelt hatte, aber er sah das Mädchen nie wieder.
Bis eines Tages eine in Schwarz gehüllte Hand vor ihm ausgestreckt wurde.
"Komm mit mir." Eine lächelnde Stimme ertönte hinter dem schwarzen Schleier und dem kegelförmigen Hut.
Er hörte den Mann murmeln: „Hat sie etwa Geld aus ihrem eigenen Haus gestohlen für so ein Kind?“ Der Mann war verblüfft, als er in die verführerischen und doch unheimlichen grünen Augen des Jungen blickte.
Dieses kleine Mädchen hat wirklich einen guten Geschmack.
"Hey Kleiner, willst du mit mir irgendwohin kommen?"
"Wo?", fragte der Junge und blickte auf.
„Ein Ort, an dem man töten kann, ohne die Verantwortung dafür zu übernehmen, ein Ort, an dem man sein eigenes Schicksal bestimmen kann. Dieser Ort heißt Jianghu (江湖, die Welt der Kampfkünste).“
Der Junge senkte den Kopf und schwieg. Die strahlenden Augen und die beiden Haarknoten tauchten wieder vor seinem inneren Auge auf.
„Okay, ich komme mit.“ Ihre grünen Augen strahlten Klarheit aus.
Fünfzehn Jahre später.
Zwei Personen, ein Mann und eine Frau, beide in Grün gekleidet , standen nebeneinander am Eingang des Zuimo-Turms, dem größten Bordell der Hauptstadt. Der Mann war gutaussehend und distanziert, die Frau klug und charmant, doch beide umgab eine Aura der Verruchtheit.
"Bruder, ist das das Bordell, das du mir damals verkauft hast?", fragte Herr Yin aufgeregt.
Yin Bitong schwieg und wirkte äußerst rätselhaft.
Er dachte, dieses Bordell hätte vor fünfzehn Jahren wahrscheinlich noch gar nicht geöffnet gehabt.
Dann sah er eine graue Gestalt in einer Ecke kauern, ein Wesen, das die Leute gewöhnlich einen „Bettler“ nennen.
Die Leute kommen und gehen, aber nur der Bettler vor der Tür scheint unverändert zu bleiben.
Er ging hinüber, hockte sich vor den Bettler und sagte träge:
„Ich hab’s dir doch gesagt, so verdienst du kein Geld.“
(Ende des Artikels)