Kapitel 39

Das Blut an ihren Händen wurde immer dicker, und Sanqing, deren Augen blutunterlaufen waren, fühlte sich, als wäre sie in jene Nacht vor zehn Jahren zurückgekehrt. Die Szene auf der Tigersprungklippe war genauso blutig und brutal, viele abgetrennte Gliedmaßen lagen zu ihren Füßen.

„Meister.“ Der Ausruf klang fast wie ein Schluchzen.

In den Slums hinter dem Rotlichtviertel rief einst ein Mädchen genau dasselbe.

Bitte rette mich, Meister.

Ihr kleiner Körper wurde von einem alten Mann niedergedrückt, und neben ihr stand eine Frau, die behauptete, ihre Mutter zu sein.

Was glotzt du so blöd, du verdammte Nonne? Hast du noch nie Leute gesehen, die Spaß hatten?

Das Mädchen war als Prostituierte geboren und wurde selbst Prostituierte. Sie wollte sich nicht in dieses schmutzige Geschäft verwickeln lassen, aber der rote Leberfleck auf der Stirn des Mädchens veranlasste sie zum Handeln.

Sie fixierte beide mit Druck auf bestimmte Punkte und warf dem Mädchen dann einen Dolch zu.

Tötet sie.

NEIN……

Soll ich ihre Druckpunkte lösen?

Master!

Eins, zwei –

Noch bevor das Kind bis drei gezählt hatte, hatte es seine Wahl getroffen.

Ja, das Kind hat eine Entscheidung getroffen.

Das Schwert, das in ihrem Herzen steckt, trägt den Namen Unbefleckte Empfängnis; sie gab es sich selbst am Vorabend ihrer Hochzeit.

"Es tut mir leid, Meister, ich wollte nur..."

Mit Tränen in den schönen Augen warf Liu Wushuang einen vorsichtigen Blick auf ihren Ehemann und ihren Schwiegervater hinter sich.

„Ich hatte keine Wahl.“

Sie hat einfach Angst, die Wahrheit über ihre Identitätsfälschung als Frau Yu preiszugeben, und beteuert immer wieder, keine andere Wahl gehabt zu haben. Weiß sie denn nicht, wer sie persönlich ausgebildet hat? Wie kann sie es wagen, gegen sie zu intrigieren!

Sanqing umklammerte das Schwert fest an seine Brust und näherte sich Schritt für Schritt.

„Meister... zwingt mich nicht.“ Liu Wushuang wich ängstlich zurück, doch ein unerbittlicher Glanz blitzte in ihren Augen auf.

Sobald das Makellose Schwert eindrang, setzte Sanqing mit einem Handkantenschlag nach.

„Tut meiner geliebten Frau nichts an!“ Als Wei Rong sah, dass sie im Sterben lag, handelte er schließlich.

Ihre Handflächen prallten aufeinander, was eine innere Energieentladung auslöste, die beide Blut spucken ließ.

„Ein Schurke und eine Prostituierte – welch ein perfektes Paar!“

Sanqing brach plötzlich in Gelächter aus, krempelte die Ärmel hoch und griff erneut an. Ihre Bewegungen waren gnadenlos und zwangen Wei Rong, sich Schritt für Schritt zurückzuziehen.

„Du glaubst, du kannst gegen mich intrigieren?“ Sanqings fünf Finger formten einen Haken, und er riss Wei Rong mit Gewalt den Ärmel ab.

Der knochenbrechende, kalte Yin-Finger! Alle stießen insgeheim einen erschrockenen Schrei aus.

Wenn Sanqing nicht von diesem Schwert getroffen worden wäre, wäre es nicht nur ein abgerissener Ärmel gewesen.

Wei Rongs Angriffsversuche wurden vollständig vereitelt, und er taumelte unbeholfen. Gerade als er „Vater“ rufen wollte, spürte er, wie San Qings geisterhafte Klauen ihn sanft umfassten.

Was ist passiert? Scheitert sie?

Er klammerte sich noch immer an seine Hoffnung, als er plötzlich Sanqings ohrenbetäubendes, wahnsinniges Lachen hörte.

Sie warf ihm einen kalten Blick zu, beugte sich dann näher zu ihm und sagte mit unheimlicher Stimme: „Ich kann nicht mehr weitermachen. Von nun an hängt alles vom jungen Herrn ab.“

Was für einen Unsinn redest du da!

Verwirrt und verängstigt riss sich Wei Rong aus ihrem Griff los und versetzte ihr dann mit seinem Schwert den Todesstoß. Als er wieder aufblickte, sah er, dass ihn alle mit seltsamen Blicken anstarrten.

„Meine Herren“, sagte er und verbeugte sich, woraufhin ein Hagel von Schwertern und Klingen auf ihn niederprasselte.

"Wushuang?" Er blickte überrascht zu seiner geliebten Frau, die ihn wie die Pest mied.

"Komm nicht näher."

"Was ist los, Wushuang?"

Nach diesem angewiderten Blick schaute er auf sein Handgelenk. Vier verführerische Ranken verschlungen sich, ihre zarten Blätter krochen an den Adern empor, ihre leuchtenden Farben zogen seinen Blick auf sich.

"Nein...nein!" Er rieb sich hektisch die Muskeln und protestierte hastig: "Es ist diese Füchsin, es ist diese Füchsin!"

Er ließ sein Schwert fallen und schüttelte Sanqing heftig am Boden. „Was für eine Droge hast du mir gegeben! Sag es mir! Was für eine Droge hast du mir gegeben!“

Sein Kopf sank sanft nach unten, und Sanqing lächelte mit geschlossenen Augen. „Vergeltung.“

„Diese Füchsin! Alles wegen dieser Füchsin!“ Nachdem er Sanqings Leiche zu Boden geworfen hatte, versteckte sich Wei Rong hinter Wei Baizhong. „Vater, rette mich!“

Was ist los?

„Als Anführer des Kampfsportbündnisses darf Meister Wei keine Bevorzugung zeigen.“

Die Menge versammelte sich langsam, wie ein Rudel Wölfe auf der Jagd.

„Amitabha, bitte zeigen Sie Ihr Handgelenk, Anführer Wei, um die Angelegenheit richtigzustellen.“

"Allianzführer Wei."

⚙️
Lesestil

Schriftgröße

18

Seitenbreite

800
1000
1280

Lesethema