Kapitel 74

„Big Mountain, los geht’s.“

Der Mann steckte seine Peitsche weg, drehte sich um und ging.

Erst als er weit weg war, ließ er das Blut aus seinem Mundwinkel fließen.

"Neunter älterer Bruder!", rief Luo Shi eindringlich.

Er winkte und stapfte langsam über das Watt, wobei er sich auf sein eigenes Gewicht stützte. Der helle Mond spiegelte sich im herbstlichen Wasser, und die Fluten schlugen unaufhörlich gegen seine Füße. Im Fluss trieben kleine, getrocknete Tofustücke auf den Wellen.

In Wahrheit mochte mein dritter Bruder diesen Gestank nie; er tat nur so, als ob er ihn mir zuliebe mochte. Mein dritter Bruder wurde mit einem Pflichtgefühl geboren, die Familie zu beschützen, ganz anders als er…

„Zehnter Bruder“, sagte er leise, während er voranging.

„Was ist los, neunter älterer Bruder?“, fragte Luo Chuan, der glaubte, er leide unter unerträglichen inneren Verletzungen, und trat deshalb schnell vor.

Doch er deutete nur auf den getrockneten Tofu im Wasser. „Gib mir eine Packung.“

"..."

Nach einem Moment der Stille sagte Luo Shi verärgert: „Aber ich habe den getrockneten Tofu nicht weggeworfen.“

Wer ist das?

Seine toten Fischaugen weiteten sich leicht, als er seine Umgebung absuchte.

Die Umgebung war still, nur das leise Plätschern des Flusswassers am Ufer war zu hören.

Nach einer langen Pause seufzte er.

"Erzähl es nicht deiner Familie, vor allem nicht dem jüngsten Kind."

"Äh."

Als die Person sich immer weiter entfernte, war aus den Bäumen eine Stimme zu hören: „Es ist wirklich schwierig, dem neunten Oberbruder aus dem Weg zu gehen.“

Yu Zigui wischte sich den kalten Schweiß von der Stirn und wechselte einen Blick mit Night Owl, der gerade jemandes Anwesenheit gespürt hatte. „Wir alle haben denselben Ursprung, warum bekämpfen wir uns dann so erbittert? Du stimmst mir doch zu, oder?“

Mit ihren großen, leeren Augen wagte die Eule nicht zu rufen.

„Seufzer.“ Mit einem langen Seufzer sprang Zigui vom Baum herunter.

Das wirbelnde taoistische Gewand, wie eine nachtblühende Cereus, zitterte sanft im Mondlicht und strahlte grenzenlose Eleganz aus.

„Pfirsichbäume wachsen über dem Brunnen, Pflaumenbäume wachsen neben Pfirsichbäumen. Insekten kommen und nagen an den Wurzeln der Pfirsichbäume, und die Pflaumenbäume sterben anstelle der Pfirsichbäume.“

Ihre klare, schöne Stimme schwoll mit der Flut an, jeder Ton schien immer weiter zu reisen.

"In diesem Fall tut es mir leid."

In jener Nacht wechselte die neunundneunzigste Flagge den Besitzer, und die Schwarze Witwe Miao Shijiu, deren Flagge gestohlen worden war, weinte vor jedem, dem sie begegnete.

„Dieser Schurke hat nur ein Stück stinkenden Tofu zurückgelassen. Was will er damit andeuten? Ist mein ‚Tofu‘ etwa verdorben oder hart? Mein Herr, mein lieber Herr, Ihr müsst mir Gerechtigkeit widerfahren lassen!“

Kupfermünzen und Stinktofu – der Geschmack des einfachen Volkes ist in letzter Zeit besorgniserregend, was ziemlich beunruhigend ist.

—Aus „Anekdoten – Der Kampf um die Führung im vierten Jahr von Seitoku“, Raum 64, Abschnitt 6, Teil 1

Band Zwei, Kapitel Zehn von Guan Ju

„In der Welt der Kampfkünste nennt man einen Kampf eins gegen eins ein Duell, während ein Kampf mehrerer gegen mehrere als Bandenkampf bezeichnet wird. Gemäß der Familientradition ‚Lieber sterben, als selbst zu sterben‘…“

"Vater, sind Sie ein taoistischer Priester?"

"Metapher? Ich habe noch nie von einer Metapher gehört."

"Papa, ich bin doch nur ein Kind."

„Unglaublich! Dein Vater konnte schon mit drei Jahren ein Gedicht in sieben Schritten verfassen!“

"Vater, bist du Cao Zhi? Aber Mutter sagt, du seist schon seit Hunderten von Jahren tot."

Ihre unschuldigen Augen blinzelten immer wieder, während sie zusah, wie bei dem attraktivsten Mann der Kampfsportwelt mehrere Adern hervortraten.

Tief durchatmen, ruhig atmen und daran denken, dass gutaussehende Männer sich nicht für Ah Niu interessieren.

„Meine liebe Tochter, unsere Vorfahren lehrten uns: Wenn du in eine Schlägerei verwickelt wirst, denk daran, dass Freunde wie Gliedmaßen sind – wenn sie anderen gehören, ist es kein Problem, ein oder zwei zu verlieren. Such dir einfach die schwächste und weichste aus und drück sie, um zu zeigen, dass du dabei warst. Aber wenn es ein Kampf Mann gegen Mann ist, gibt es nur ein Wort: ‚Kämpfen‘ und zwei: ‚Kämpfen bis zum Tod.‘“

Meister Yu hob zwei Finger, und seine schönen Augen wirkten plötzlich etwas kalt und ziemlich einschüchternd.

Der Kleine blickte zum Himmel auf und zupfte dann an seinen kleinen, pummeligen Händen, einmal links und einmal rechts.

Sind Sie nicht auch von seinem schneidigen, distanzierten, skrupellosen und atemberaubend gutaussehenden Erscheinungsbild überwältigt?

"Wenn A-Gui sich nicht verzählt hätte."

Hmm? Die Augenbrauen sind gestylt und höher gewölbt.

„‚Schlagt sie tot.‘“ Die kleinen, pummeligen Hände, die gefaltet gewesen waren, streckten sich nacheinander. „Das sind vier Wörter.“

Blutgefäße sind geplatzt.

„Kurz gesagt: Wenn du nicht totgeschlagen werden willst, solltest du deine Kampfkünste gehorsam für deinen Vater üben!“

„Mein Vater war wütend, weil er seinen höheren Rang ausgenutzt hat, um mich einzuschüchtern.“

Ah Niu drehte sich um, seufzte wie ein kleiner Erwachsener und nahm langsam eine Anfängerhaltung ein.

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