Túnica blanca - Capítulo 39
„Es wäre ja in Ordnung gewesen, wenn du es mir vorher gesagt hättest. Glaubst du, ich würde einfach so mit ihm gehen? Auch meiner Mutter zuliebe mache ich das nicht. Ich bin doch nicht so dumm, mich damit mein Leben lang erpressen zu lassen. Das löst doch gar nichts.“
Shi Wuji nutzte die Gelegenheit und zog sie in seine Arme, wissend, dass sich ihr Zorn gelegt hatte. „Seine Methoden sind nicht ganz ehrlich. Er hat es dir verschwiegen, damit du nicht zwischen die Fronten gerätst. Schließlich ist er immer noch dein Vater. Sei nicht mehr wütend, okay?“ Er küsste ihr Ohrläppchen.
Verloren in der Leidenschaft seiner Küsse, obwohl seine Methode falsch war, tat sie alles ihretwegen, und sie legte schwach die Arme um seinen Hals.
„Ich lasse es dieses Mal durchgehen, aber wenn du jemals wieder etwas vor mir verheimlichst, werde ich es dir nie verzeihen, besonders nicht etwas, das mich so sehr betrifft. Übrigens, gibt es etwas, das du mir sagen möchtest?“ Sie dachte an die Freude in seinen Augen und die seltsamen Gesichtsausdrücke der anderen Anwesenden.
Shi Wuji betrachtete sie lange zärtlich, dann bedeckte er sanft ihren flachen Bauch mit einer Hand. „Ich sagte doch, unser Kind ist anderthalb Monate alt!“
Huan'er war völlig fassungslos! Sie hatte gedacht, ihre jüngsten Symptome kämen daher, dass sich ihr Körper nicht richtig anpasste, aber sie hätte nie gedacht, dass sie schwanger war, schon im anderthalbten Monat... anderthalb Monate, war das nicht das, was in den Tagen auf der Ranch passiert war? Unglaublich, gleich beim ersten Versuch schwanger zu werden.
„So ist also eine Schwangerschaft wirklich!“, seufzte Huan'er innerlich. Verständlicherweise freute sich die Familie Shi über den Thronfolger, aber sie war völlig unvorbereitet auf die Mutterschaft. Im 20. Jahrhundert war es undenkbar, dass eine Zwanzigjährige ein Kind bekam; sie dachte, es sei viel üblicher, erst ab fünfundzwanzig über Kinder zu sprechen. Zwanzig – im Herzen noch fast ein Kind – und schon Mutter? Außerdem war sie ja schon so schwach; bis zur Geburt würde sie wahrscheinlich nur noch Haut und Knochen sein! Diese ständige Krankheit war einfach nur nervig. Besorgt sah sie ihren Mann an.
„Ich hatte nicht geplant, so früh Kinder zu bekommen.“
Shi Wuji hatte das ursprünglich nicht geplant; er wollte Huan'er so erziehen, dass sie stark genug wäre, um nicht zu sehr zu leiden. Doch die Schwangerschaft kam unerwartet. Nun ja, es war schon in Ordnung, schließlich war er nicht mehr jung. Er sagte leise:
„Bist du müde? Lass uns zurück in den Orchideenhof gehen, um uns auszuruhen.“ Nachdem er das gesagt hatte, hob er sie hoch und ging hinaus.
Huan'er warf ihm einen Seitenblick zu.
„Ich dachte, ich würde ins Gefängnis geworfen werden. Es stimmt schon, was man sagt: Der Status einer Mutter steigt mit ihrem Sohn!“
Shi Wuji betrachtete ihr charmantes, leicht sarkastisches Gesicht mit liebevollen Augen. Da sie die Kraft hatte zu sprechen, bedeutete das, dass sie nicht mehr schwer krank war, und so ließ er sie einfach reden.
„Mit dir an meiner Seite kann niemand sonst etwas dagegen tun. Um meines Sohnes willen kann ich nicht zulassen, dass seine Mutter leidet.“
Huan'er stieß sich mit dem Finger gegen die Brust und starrte mit aufgerissenen Augen.
„Nur Söhne sind akzeptabel? Ich bestehe auf einer Tochter! Du bist so ein sturer alter Mann, so sexistisch!“ Die Männer der Antike waren wirklich hoffnungslos besessen!
Shi Wuji hatte sie bereits in den Orchideenhof getragen und auf das Bett gelegt, bevor er antwortete:
„Lasst uns erst einen Sohn bekommen, ihn stark erziehen, damit er später seine schönen Schwestern vor lüsternen Männern beschützen kann.“ Er ist also ein Befürworter vieler Kinder und Enkelkinder!
„Ein Kind ist schon viel, finden Sie nicht?“, wandte sie ein.
Kaum hatte sie ausgeredet, klopfte ein Diener und trat ein, mit einer Schüssel Lotuskernebrei und einer Kanne Ginsengtee. Huan'er spürte, dass etwas nicht stimmte; es war zu spät für eine Ausrede. Nachdem der Diener gegangen war, hatte Shi Wuji ihr bereits eine Schüssel Brei zubereitet.
Unter seinem intensiven Blick schluckte er den ersten Bissen hinunter und nahm dann noch einige weitere Bissen, bevor er das vorherige Thema wieder aufgriff.
„Die Familie Shi hat ein großes Unternehmen; können Sie es verkraften, all diesen Druck auf ein Kind abzuwälzen? Es wird zusammenbrechen. Sollte Ihr Körper die Belastung jedoch nicht aushalten, werde ich eine andere Lösung für das Problem finden.“
Huan'er verschluckte sich fast an ihrem Brei, schluckte ihn schnell hinunter und schrie erschrocken auf:
„Eine Methode! Welche Methode? Ich will eines klarstellen: Du bist mein Mann und gehörst nur mir. Du darfst weder drei Ehefrauen noch vier Konkubinen haben, nicht einmal Dienstmädchen. Gib es auf! Und diese Xiaoqing, verheirate sie schnell. Ich mache mir Sorgen, wenn du sie an meiner Seite behältst.“
Shi Wuji kicherte. Seit Huan'er in sein Leben getreten war, hatte er nie daran gedacht, eine Konkubine zu nehmen. Er hätte nie erwartet, dass Huan'er diejenige sein würde, die ihm ständig im Kopf herumspuken würde! Ihr eifersüchtiger Blick war unglaublich süß! Er lächelte verschmitzt.