Túnica blanca - Capítulo 58

Capítulo 58

Da Yu Niang nicht hereingekommen war, ergriff Huan'er schnell das Wort:

"Onkel Leng, könntest du mir bitte einen Gefallen tun?"

„Junge Dame, bitte unterlassen Sie die Verwendung dieser Titel.“ Leng Ziyang weigerte sich schlichtweg, seine Anrede ihr gegenüber zu ändern.

Huan'er blickte ihn aufmerksam an und sagte:

„Meine Mutter ist sehr einsam. Wuji und ich haben darüber gesprochen, und wir werden einen Ehemann für sie finden, wenn er zurückkommt. Könnten Sie bitte nach geeigneten Kandidaten Ausschau halten? Sie müssen weder reich noch mächtig sein, sondern einfach nur gut zu meiner Mutter. Wissen Sie, meine Mutter hat mit Su Guangping noch keinen einzigen guten Tag erlebt.“

Es schien, als ob etwas in Onkel Lengs Augen aufblitzte, doch er blieb ruhig und gelassen.

Ich werde vorsichtig sein.

Nachdem Leng Ziyang gegangen war, starrte Wuxia Huan'er aufmerksam an.

„Schwägerin, was treibst du denn jetzt schon wieder? Das kommt mir so bekannt vor.“

Huan'er hob eine Augenbraue und sagte arrogant:

„Es ist unglaublich effektiv darin, Ärger zu schüren! Wissen Sie, Ihr Schwiegervater ist kein einfacher Fall.“

Die beiden blickten zur Tür und waren überrascht, Yu Niang und Leng Ziyang zusammen plaudernd zu sehen. Yu Niang hatte den Kopf gesenkt, ihr Gesichtsausdruck war aus der Ferne nicht zu erkennen. Huan'er lächelte selbstgefällig. Ein gutes Zeichen!

„Übrigens, Schwägerin, ich muss dir vorher noch etwas sagen.“ Wuxia half Huan'er, sich auf einen Stuhl zu setzen, reichte ihr eine Tasse Tee und sagte dann:

„Sobald Leng Gang aus Jiangnan zurückkehrt, werden wir nach Tianshan umziehen. Leng Gang besaß früher ein Haus in Tianshan, und auch die Familie seines Herrn lebte dort.“

„Es wird hart werden. Das Leben dort ist nicht so komfortabel wie im Flachland, und es wird keine Bediensteten geben, die dir jeden Wunsch von den Lippen ablesen. Du wirst deine Wäsche selbst waschen, kochen und die Felder bestellen müssen …“, widersprach Huan’er instinktiv. Angesichts von Wuxias heller Haut und zierlichem Körper – wie sollte sie da schwere Arbeit verrichten können? Obwohl sie Leng Gangs Arroganz verstand, fand sie dennoch, dass sie alles bedenken sollte!

Ein makelloses, unbekümmertes, liebenswürdiges Lächeln.

„Leng Gang hat mir das schon vor langer Zeit erzählt. Ursprünglich wollte er von meinem älteren Bruder das Geschäft lernen und Geld verdienen, um mir ein gutes Leben zu ermöglichen. Doch das ist nicht Leng Gangs eigentlicher Wunsch. Er liebt Berge und Flüsse und genießt die Ruhe. Sein Wunsch ist es, Medizin zu praktizieren und die Welt zu bereisen. Ich möchte nicht, dass er alles für mich ändert. Ich liebe seine Gleichgültigkeit gegenüber weltlichen Dingen, ich liebe seinen Mangel an Ehrgeiz, ich liebe einfach alles an ihm. Ich war schon immer fest entschlossen, ihn zu heiraten, und ich wusste, wie mein Leben aussehen würde. Deshalb sind Nähen, Kochen und die Pflege von Blumen und Pflanzen für mich kein Problem. Außerdem wird Leng Gang mich nicht leiden lassen. Solange er mich wirklich liebt, kann man nichts als Leid bezeichnen.“

Verglichen mit der Wuxia, die sie vor einigen Monaten kennengelernt hatte, war diese nun unglaublich stark. Huan'er hatte nicht erwartet, dass Wuxia, die in Luxus aufgewachsen war, alles aufgeben und ihrem Geliebten bedingungslos folgen würde. Huan'er bewunderte sie zutiefst; welch tiefe Liebe und welch großen Mut das erfordert haben musste! Obwohl sie zögerte, wusste Huan'er nach diesen Worten, dass es nichts mehr zu sagen gab. Solange Liebe da war, spielten materielle Dinge keine Rolle mehr. Außerdem besaß Leng Gang ausgezeichnete medizinische Kenntnisse; würde er sich etwa Sorgen machen, dass Wuxia hungern müsste?

Huan'er ergriff Wuxia.

„Du hast dich verändert, Wuxian. Unabhängig und stark, aber immer noch sanftmütig. Leng ist ein Segen. Ganz anders als ich, die deinen älteren Bruder immer nur wütend und ängstlich macht.“

Wu Xiao schüttelte den Kopf.

„Nein, das stimmt nicht! Deine Ankunft hat wieder Lachen und ein Gefühl von Zuhause ins Haus gebracht. Besonders meinem ältesten Bruder, denn deine Ankunft hat ihm neuen Lebensmut gegeben. Verstehst du das denn nicht, Schwägerin?“

Wenn ich an meinen sonst so strengen und grimmigen älteren Bruder zurückdenke, fällt mir auf, dass er jetzt viel öfter lächelt und sein Gesichtsausdruck viel sanfter ist. Früher herrschte in Schloss Aolong eine erdrückende, bedrückende Atmosphäre, die selbst die Bediensteten zum Schweigen brachte; das ganze Schloss war in eine ständige, feierliche Stille gehüllt. Bis die Herrin kam und mit ihrer Lebensfreude und Energie die Atmosphäre grundlegend veränderte. Sie war zugänglich, bestrafte nie jemanden und packte, wenn ihr danach war, sogar selbst mit den Bediensteten beim Putzen mit an. Die Menschen im Schloss arbeiteten zwar weiterhin fleißig, aber nun trugen alle ein Lächeln im Gesicht.

Huan'er hingegen empfand Verlegenheit.

„Ich bin nicht so toll. Da ich dazu bestimmt bin, den Rest meines Lebens hier zu verbringen, werde ich einfach gut leben und glücklich sein. Das ist alles.“

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