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Kiyomizuki und sein Fuchs
Autor: Yang Jianan
Kapitel Eins: Die Heldentaten des kleinen Fuchses
Im Morgengrauen öffneten sich langsam die Burgtore, und ein schnelles Pferd galoppierte über die Zugbrücke und fegte wie ein Wirbelwind über den Paradeplatz, der Tausende von Menschen fassen konnte. Im aufgewirbelten Staub sprang ein kräftiger Mann, noch bevor er ganz zum Stehen gekommen war, flink hoch und sauste wie ein Hase davon. Danach kehrte alles wieder in seine gewohnte Ruhe zurück.
Lu Qingcheng schreckte hoch. Er lag bäuchlings im Bett, die seegrüne Brokatdecke reichte ihm bis zur Hüfte, sein muskulöser Körper war halb nackt, sein seidiges schwarzes Haar ergoss sich wie ein Wasserfall auf das weiße Seidenkissen. Als er die Tür aufgehen und Schritte hörte, setzte er sich auf und fuhr sich träge mit der Hand durchs Haar. „Wie spät ist es jetzt?“
Zhang Zhichun antwortete: „Es ist bereits Chenshi (7-9 Uhr morgens). Herr, Liu Jianhua hat alle Fürsten zu einer Sitzung in den Ratssaal gerufen.“
Lu Qingcheng fragte ruhig: „Was ist es?“
Zhang Zhichun sagte: „Ich habe gehört, dass die Himmelsadler-Sekte grundlos unsere Geschäfte und Betriebe an verschiedenen Orten besetzt und drei unserer Fahnenträger getötet hat.“
„Ist das so? Wann wurde die Nachricht gesendet?“ Lu Qingcheng blieb so gleichgültig wie eh und je.
„Es war heute Morgen. Dieser Schurke Liu Jianhua hat dich nicht einmal um Erlaubnis gefragt, bevor er die Trommel schlug und alle Fürsten und Verwalter zu einer Versammlung einberief. Was ist er nur für ein Mensch? Respektiert er dich, den Festungsherrn, überhaupt?“, platzte es aus Wang Jie heraus, ihre Augen voller Groll.
Lu Qingcheng hatte fünf Leibwächter, von denen Zhang Zhichun am längsten im Dienst war, gefolgt von Wang Jie, Zhang Sanlin, Huang Chong und Zhang Lang. Zhang Zhichun war etwa 26 oder 27 Jahre alt, reif und besonnen und arbeitete effizient und zuverlässig, was ihm Lu Qingchengs tiefes Vertrauen einbrachte.
„Da er nichts ist, brauchen Sie sich nicht mit ihm abzugeben.“ Lu Qingchengs Augen, so dunkel wie die Nacht, blieben unbewegt, als sie fragte: „Wo ist Qing Jianyue?“
„Er ist wieder zum Yancui-See gefahren, um sich zu vergnügen. Er sagte, er wolle sechs dicke Fische fangen: zwei für das Frühstück seines kleinen Fuchses, einen für sich selbst und die restlichen drei, um sie der Hauptküche zu verkaufen, damit der Herr auch mal kosten könne. Das ist ja unverschämt!“, sagte Wang Jie unzufrieden.
„Ist das so? Genau so etwas würde Kiyomi Tsuki sagen.“
Lu Qingchengs Lippen zuckten leicht nach oben und enthüllten ein sanftes Lächeln. Zhang Zhichun, der ihm stets aufmerksam folgte und in seiner Nähe war, bemerkte es sofort. Obwohl das Lächeln so schnell wieder verschwand wie ein ins Wasser geworfener Kieselstein und die Stille zurückkehrte, war es doch recht selten, dass er so lächelte. Zufrieden dachte Zhang Zhichun.
„Wang Jie, schick Zhang Sanlin, damit er ihn zu mir einlädt. Zhichun, hilf mir beim Waschen und Umziehen.“ Lu Qingcheng sprang auf wie ein geschmeidiger Leopard – sauber, effizient und voller Elan.
"Ja."
Wang Jie stürmte aus dem Schlafzimmer.
"Wow, du toter Fuchs, du stinkender Fuchs, pass auf, sonst bringe ich dich um."
Inmitten des jämmerlichen Heulens zappelte Zhang Sanlins bärenartiger Körper wild umher. Ein schlanker, weißer Schatten wirbelte wie eine Sternschnuppe um ihn herum, und Stofffetzen flatterten wie verwelkte Blätter in der Luft.
Xiaoqian saß wie erstarrt am Boden und klammerte sich verzweifelt an ihre zerrissenen Kleider – ein deutlicher Beweis für Zhang Sanlins versuchten Übergriff. Doch sie weinte weder, noch dachte sie daran zu fliehen. Ihre schönen, feuchten Augen waren weit aufgerissen; sie konnte nicht erkennen, was dieser weiße Schatten war, der Zhang Sanlin so erschreckt hatte.
Schließlich, als hätte es genug gebissen, sprang das Tier plötzlich vor Xiaoqian. Es war ein kleiner, ganz silberweißer Fuchs, der im hellen Morgenlicht schimmerte. Am auffälligsten waren seine goldenen Augen. Das strahlende Goldlicht bildete einen wunderschönen Kontrast zu seinem langen, silbernen Fell und schuf ein Bild von unvergleichlicher Schönheit, das die Kraft der Natur in sich trug.
Xiaoqian starrte wie verzaubert und unfähig sich zu bewegen in die kalten, goldenen Augen des weißen Fuchses.
Zhang Sanlin konnte endlich wieder zu Atem kommen, doch der goldene Herbstwind ließ seinen Unterleib frieren. Langsam senkte er den Blick und schrie erneut auf. Hastig bedeckte er seine Genitalien mit den Händen, presste verzweifelt die Beine zusammen, sodass sein nacktes Gesäß hervortrat. „Qing Jianyue, komm sofort raus!“, rief er.
Aus dem dichten Wald drang eine Reihe melodischer, klarer und fröhlicher Pfiffe. Vermengt mit dem Gesang auffliegender Vogelschwärme und dem Springen der Fische aus dem Wasser, erfüllten diese fröhlichen Pfiffe augenblicklich den gesamten Hain und den Nebelsee mit Leben.
Die kalten, goldenen Augen des kleinen weißen Fuchses strahlten vor Freiheit und Freude. Er hüpfte hin und her, sprang dann plötzlich in Xiaoqians Arme, schmiegte sich an sie, rieb sich an ihr und grinste mit seinem kleinen, spitzen Mäulchen.
Diese Veränderung verblüffte Xiaoqian erneut. Plötzlich sah sie einen jungen Mann in purpurnen Gewändern am Nebelsee auf sich zukommen. Seine große, schlanke Gestalt, im Morgenlicht erstrahlend, glich einem Adler, der frei am blauen Himmel kreist, und im nächsten Augenblick stand er vor i
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