Obwohl er wusste, dass Cao Mengde und Yuan Shao seine zukünftigen Feinde sein könnten, wollte er sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht töten.
Erstens, Selbstvertrauen.
Zweitens wäre es eine solche Verschwendung, ihn zu töten.
Eine solche Person sollte vielleicht einen anderen Ausweg suchen.
Für jemanden wie Cao Mengde wäre es vielleicht eine bessere Wahl gewesen, General zu werden, der den Westen erobert und das Territorium der Han-Dynastie erweitert.
Niemand wird als Held geboren.
Und wer kann behaupten, dass Cao Mengde zu dieser Zeit seinem Land nicht treu war?
Solche leidenschaftlichen jungen Menschen sollten Armeen anführen, um Territorium zu erweitern, anstatt ihre List für interne Konflikte zu missbrauchen. (Quelle: H)
Die Han-Dynastie ist korrupt, und Lu Yun wird so schnell wie möglich eine neue Dynastie errichten.
Zu jener Zeit hätte Cao Mengde der General sein können, der den Westen erobert.
Hilf ihm, seinen Traum zu verwirklichen...
Lu Yun führte daraufhin eine Diskussion mit Cao Mengde, Yuan Shao und Cai Yong, in der es um das Wesen des Konfuzianismus ging.
Um die Denkweise leidenschaftlicher junger Menschen zu verändern, muss man ihr Denken subtil beeinflussen und fördern und so den Grundstein für die Zukunft legen.
Die vier Männer diskutierten über Philosophie.
Der kleine Cai Yan lauschte still vom Rand.
Cai Yong schien das nicht zu stören, er hatte sich offensichtlich an solche Dinge gewöhnt.
Seine Tochter weiß natürlich mehr.
Lu Yuns Ausführungen kreisen sowohl um den traditionellen als auch um den neuen Konfuzianismus.
Das heißt, der Konfuzianismus der vor-Qin-Zeit und der Konfuzianismus der späten Han-Dynastie.
Der Konfuzianismus entstand durch Konfuzius und Mengzi und wurde während der Han-Dynastie von Dong Zhongshu reformiert.
Die konfuzianische Schule wurde abgeschafft, und der Konfuzianismus wurde fortan ausschließlich geachtet.
Der Konfuzianismus der Vor-Qin-Zeit wurde von Dong Zhongshu an die Bedürfnisse des Kaisers angepasst und wurde so offiziell zur orthodoxen Lehre des Hofes.
Allerdings verzerrte es das Denken der Weisen vor der Qin-Dynastie.
Zum Beispiel die Beziehungen zwischen Herrscher und Untertan, Vater und Sohn.
Konfuzius sagte, der Herrscher solle sich wie ein Herrscher verhalten, der Minister wie ein Minister, der Vater wie ein Vater und der Sohn wie ein Sohn.
Ein Herrscher ist ein Herrscher, und ein Untertan kann ein Untertan sein.
Der Vater ist der Ehemann, und der Sohn ist der Sohn.
Dies ist die grundlegendste menschliche Beziehung, die Etikette und Recht verkörpert.
Der Name Konfuzius trägt jedoch auch eine zusätzliche Bedeutung.
Wenn der Herrscher sich nicht wie ein Herrscher verhält, dann verhalten sich die Untertanen möglicherweise nicht wie Untertanen.
Wenn ein Vater kein Vater ist, dann ist ein Sohn möglicherweise kein Sohn.
Ein König, der sich nicht wie ein König verhält, kann von seinen Ministern gestürzt werden.
Wenn ein Vater sich nicht wie ein Vater verhält, braucht sein Sohn nicht auf ihn zu hören.
Dies ist die wahre Bedeutung der Beziehung zwischen Herrscher und Untertan, Vater und Sohn.
Als es in die Hände von Dong Zhongshu fiel, wurden Konfuzius' Ideen völlig verfälscht und in die Drei Kardinalen Leitsätze und Fünf Beständigen Tugenden umgewandelt.
Der Herrscher leitet seine Untertanen, der Vater leitet seinen Sohn und der Ehemann leitet seine Ehefrau.
Wohlwollen, Gerechtigkeit, Anstand, Weisheit und Vertrauenswürdigkeit.
Dong Zhongshu nutzte die „Drei Kardinalen Leitsätze“ zur Regelung der ethischen Beziehungen zwischen den Menschen und die „Fünf Beständigen Tugenden“ als Grundprinzipien für deren Gestaltung. Er beschrieb die Drei Kardinalen Leitsätze als den Willen des Himmels und verlieh ihnen göttliche Autorität. Mit dem Gedanken, dass Yang über Yin steht, argumentierte er, dass die hierarchische Beziehung der Drei Kardinalen Leitsätze unveränderlich sei. Er demonstrierte zudem die Rationalität und Unveränderlichkeit des göttlichen Rechts des Kaisers, der kaiserlichen Macht, der Clanmacht und der Macht des Ehemanns und wandelte die „Drei Kardinalen Leitsätze und Fünf Beständigen Tugenden“ somit in eine spirituelle Fessel um.
Wenn der Herrscher seinem Untertanen befiehlt zu sterben, hat der Untertan keine andere Wahl, als zu sterben.
Wenn ein Vater seinen Sohn schlägt, darf der Sohn sich nicht rächen.
Wenn ein Ehemann seine Frau schlägt, ist es der Frau nicht erlaubt, sich zu rächen.
Dies ist Dong Zhongshus Gedanke.
Es handelte sich jedoch lediglich um einen Gedanken von Dong Zhongshu.
Konfuzius hat das nie gesagt.
Als Lu Yun über den Konfuzianismus der Vor-Qin-Zeit sprach, tat er dies eloquent und logisch. Für Cao Mengde, Yuan Shao und die anderen jedoch war es wie ein Blitz aus heiterem Himmel; sie waren fassungslos.
Wie können sie es wagen, solche verräterischen Worte auszusprechen?
Aber egal, wie ich es betrachte, es ergibt irgendwie Sinn...
Es vermittelte den beiden ein Gefühl der Klarheit, als ob sich die Wolken geteilt und der Nebel gelichtet hätten.
Einen Moment lang waren die beiden von gemischten Gefühlen überwältigt.
Cai Yongs Blick veränderte sich leicht.