Nach einem einstündigen Marsch erreichten sie Luoyang.
...
Der berühmte Gelehrte Cai Yong war einst schockiert, und auch Ding Yuan, der Gouverneur von Bingzhou, war verblüfft. Würde Lu Yuns Talisman-Streitwagen für einen Überraschungsangriff eingesetzt, wäre er die furchterregendste Kriegswaffe der Welt, gegen die sich kaum jemand verteidigen könnte.
Und das hat sich nun als wahr erwiesen.
Luoyang war die Hauptstadt der Han-Dynastie. Nach dem Aufstand der Gelben Turbane befahl Kaiser Ling der Han-Dynastie der Armee, an verschiedenen Pässen Verteidigungsanlagen zu errichten, um eine Belagerung der Stadt durch die Gelben Turbane zu verhindern.
Seine Herangehensweise war mit Sicherheit richtig, denn solange die Gelben Turbane rebellierten, war ihr letztendliches Ziel unweigerlich die Hauptstadt der Han-Dynastie – Luoyang.
Sobald der Talisman-Streitwagen jedoch den Himmel durchquerte, wurden sämtliche Verteidigungsanlagen und die an jedem Kontrollpunkt stationierten Elitetruppen nutzlos.
Niemals hätten sie sich vorstellen können, dass jemand mit hoher Geschwindigkeit durch die Kontrollpunkte rasen würde!
So folgten dreitausend eiserne Reiter aus Youzhou Lu Yun nach Luoyang.
Zu dieser Zeit verfügte die Stadt Luoyang über keine natürlichen Verteidigungsanlagen.
Lu Yun stand einen Moment lang vor der Stadt Luoyang.
Er erinnerte sich daran, wie Luoyang früher ausgesehen hatte.
Wenn die göttliche Formation noch intakt wäre, würde er es niemals wagen, Luoyang mit dreitausend eisernen Reitern zu belagern.
Wenn der Schwertheilige und der Gewehrgott noch lebten, wäre er nicht so anmaßend.
Leider sind der Schussgott und der Schwertheilige ruiniert, und die Göttliche Formation ist zerstört.
Deshalb war er in Luoyang unbesiegbar.
„Nachdem die göttliche Formation zerstört wurde und Zhang Jiao in den Himmel aufgestiegen ist, bin ich hier nun unbesiegbar!“
Irgendwann blickte Lu Yun in Richtung der Stadt Luoyang und sagte ruhig:
Er schritt in Richtung der Stadt Luoyang.
Die Verteidiger der Stadtmauern von Luoyang waren völlig machtlos gegen Lu Yun.
Lu Yun warf ihnen einen Blick zu, und sie fielen alle in Ohnmacht.
Die Gelben Turbane hegten einen tiefen Groll gegen die Han-Armee, er jedoch nicht.
Alles, was du tun musst, ist, sie ohnmächtig werden zu lassen.
...
Der sintflutartige Regen hielt an, doch die Stadt Luoyang sah aus, als sei sie mit Schnee bedeckt.
Über Nacht erstrahlte die antike Stadt in Weiß, unzählige Banner flatterten in den Straßen.
Die weiße Trauerkleidung, ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt, muss gezeigt werden.
Weil der Kaiser der Han-Dynastie gestorben ist.
Man sagt, er sei an Überarbeitung gestorben, weil er sich Sorgen um den Krieg an der Front gemacht habe...
Im Inneren des Palastsaals herrschte eine angespannte Atmosphäre.
Der Kaiser der Han-Dynastie starb zu früh, und es war noch nicht einmal ein Nachfolger auf dem Thron bestimmt.
Dies wurde zum größten Problem.
Ganz oben im Palast saßen zwei Frauen.
Jeder von ihnen hatte ein wütendes Gesicht.
Es schien nach einem heftigen Streit geschehen zu sein.
Die eine war Kaiserinwitwe Dong, die andere Kaiserinwitwe He.
Der eine unterstützt Prinz Xie, der andere Prinz Bian.
Die beiden Frauen sind wegen der Thronfolge völlig zerstritten.
Kein Zentimeter wird nachgegeben.
Kaiserinwitwe He war die Mutter von Prinz Bian, und ihr Bruder war He Jin, der Großgeneral der Han-Dynastie. Selbstverständlich unterstützte sie Liu Bian.
Sie hat auch genügend Selbstvertrauen.
Weil ihr Bruder ein bedeutender General der Han-Dynastie war und über große militärische Macht verfügte!
Wer auf der ganzen Welt wagt es, dem zu widersprechen?
Wer es wagt, sich ihr zu widersetzen, den wird sie von ihrem Bruder töten lassen!
Natürlich wusste sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ihr Bruder, General He Jin, von Dong Zhuo getötet worden war. Hätte sie es gewusst, wären ihr Mut und ihr Selbstvertrauen wohl verschwunden.
Ihr kalter und stolzer Gesichtsausdruck würde sich ebenfalls erweichen...
Kaiserinwitwe Dong war die leibliche Mutter von Kaiser Ling der Han-Dynastie und unterstützte Prinz Xie.
Doch nun, da ihr Sohn tot ist, ist auch ihre größte Unterstützerin weg.
Obwohl sie als Kaiserinwitwe gelten konnte, hatte sie gegen ihre Schwiegertochter kaum eine Chance.
Die drei höchsten Beamten und die wichtigen zivilen und militärischen Würdenträger, die vor dem Palastsaal standen, hatten alle unterschiedliche Gesichtsausdrücke; jeder hatte seine eigenen Gedanken.