Kapitel 65

Luo Cuiweis Lippen formten sich stumm zu einem süßen Lächeln, als sie seine Hand von ihrem Kopf nahm und sie sanft in ihre Hand nahm.

Die Nacht war tief und still. Im Zimmer brannte kein Licht. Die Dunkelheit trübte die Sicht, doch die Sinne der anderen waren außergewöhnlich klar.

Die weichen, glatten Finger der jungen Frau öffneten sich leicht und umfassten mit einer überaus zärtlichen Geste sanft die warme, große Hand.

Ein prickelnder, warmer Strom ergoss sich von der Stelle, an der sich ihre Hände berührten, verzweigte sich zu ihren beiden Herzen, die so nah beieinander lagen, und erzeugte Wellen in ihrer stillen Umarmung.

Yun Lie drehte seine Hand um und nahm die schlanke, knochenlose Hand in seine Handfläche. Er räusperte sich und kicherte leise, seine Gedanken schweiften ab. „Ich dachte …“

Seine Stimme war leise und gedämpft, und Luo Cuiwei konnte sie nicht deutlich verstehen. Etwas verwirrt beugte sie sich näher zu ihm.

"Was hast du gesagt? Ich habe dich nicht gehört... ähm."

Als sie sich näher beugte, streifte ihr warmer, sanfter Atem ihn, woraufhin Yun Lie errötete.

Wer weiß, was ich eben noch sagen wollte? Ich fange mit einem Kuss als Zeichen des Respekts an.

****

Ein großer Schatten fiel auf sie, ihre weichen Lippen wurden ihr plötzlich entrissen, die gewaltige Aura, die auf sie zuströmte, war intensiv und ungezügelt.

Luo Cuiwei zuckte instinktiv zusammen, aber es gab keine Möglichkeit, es zu vermeiden.

Der Mann, der auf dem geschnitzten runden Hocker vor dem Bett gesessen hatte, hatte im Nu seine Position gewechselt und sich mit einer gewissen Lässigkeit auf die Bettkante gesetzt. Er streckte seinen langen Arm aus, legte ihn um ihre schmale Taille und zog sie in seine Umarmung.

Sie wurde auf Yun Lies Schoß gesetzt, fest in seine Arme geschlossen und in seiner Umarmung geborgen.

"Hmm, du..." Sie öffnete ihren bestickten Mund einen Spalt breit, aber sie hatte tatsächlich "einen Wolf ins Haus eingeladen".

Zuvor hatte er nur zaghaft an ihren Lippen geknabbert und gesaugt, doch in dem Moment, als dieser „Makel“ zum Vorschein kam, war er sofort unzufrieden mit bloßem Küssen und Knabbern.

Eine heiße, feuchte Zunge ergriff die Gelegenheit und drang kühn in ihren Mund ein.

Unangemessen argumentieren.

Es war absoluter Unsinn und zudem völlig unvernünftig.

Es war, als wolle es ihre Lippen, ihre Zunge und sogar ihr ganzes Wesen verschlingen.

Anders als zuvor in Quanshan schloss Yun Lie diesmal nicht die Augen, sondern war hellwach und völlig verwirrt.

In der Dunkelheit brannten seine Augen mit feuriger Intensität, wie ein Lauffeuer, das ihre Seele mit unerschütterlicher Gerechtigkeit versengte.

Gebannt von seiner unsinnigen Selbstgerechtigkeit, streckte Luo Cuiwei, deren Geist wie benommen war, schüchtern die Spitze ihrer Zunge heraus, als sei sie besessen.

Wer hat vor wem Angst?

****

Was sie als Gegenangriff betrachtete, war eindeutig eine Provokation, die Yun Lie in den Wahnsinn trieb.

Sein Körper brannte noch heißer, und er zitterte heftig, wobei ein beschämendes und grobes Stöhnen aus seiner tiefen Stimme entfuhr.

Oh nein, er hat dieses Mädchen verdorben.

Er kicherte leise, etwas verlegen, bedeckte ihre Augen mit der Hand und ließ seinen heftigen und herrischen Angriff allmählich nach.

Er presste seine Lippen auf ihre, biss sanft darauf, als wolle er seine Niederlage eingestehen, und unterdrückte langsam seinen brennenden, chaotischen Atem.

Nach einer Weile vergrub Luo Cuiwei ihr glühendes Gesicht in seiner Schulter und stieß ihm mit zitternden Fingern mehrmals sanft gegen die Brust.

Ihre sanfte, heisere Stimme, in der Lachen und Vorwurf durchschimmerten, dröhnte in einem belehrenden Ton: „Benehmen Sie sich etwa so?“

"Hmm, das ist ungeheuerlich." Yun Lie schlang die Arme um sie und stimmte gehorsam zu, doch seine Brust bebte leicht bei einem leisen Lachen.

„Ich fühle mich immer noch... ungerecht behandelt und niedergeschlagen.“ Luo Cuiwei blickte immer noch nicht auf, ihr Gesicht war hinter seinem Hals verborgen, aber sie streckte die Hand aus und berührte willkürlich seine Wange, zwickte ihn leicht, und in ihrer Stimme klang ein Hauch von Verärgerung.

„In den Märchenbüchern steht, dass man sie in solchen Zeiten beschwichtigen soll. Was tust du?“

Als Yun Lie dies hörte, lächelte er, senkte den Kopf und gab ihr einen sanften, unabsichtlichen Kuss auf den Scheitel.

"Ich versuche dich nur zu trösten."

Das Mädchen in seinen Armen revanchierte sich erwartungsgemäß mit einer Reihe spielerischer Schläge.

****

Sie haben sich geküsst und geschlagen, und jetzt können sie endlich richtig miteinander reden.

„Solltest du nicht eigentlich in der Hauptstadt sein?“ Luo Cuiwei legte ihren Kopf träge auf seine Schulter, ihre Wangen waren noch warm.

Laut Angaben des Kaiserlichen Hofamtes erhielt Seine Majestät am Morgen in Quanshan einen dringenden Bericht aus der Hauptstadt. Da es am Hof ein wichtiges Ereignis gegeben hatte, brachte er eilig fünf Prinzen zurück in die Hauptstadt.

Dem Zeitpunkt nach zu urteilen, war Yun Lie gerade erst in der Hauptstadt angekommen und hatte sein Pferd umgedreht. Er musste sich beeilen, um diese Poststation noch rechtzeitig zu erreichen.

Die Eile, dies so schnell zu erreichen, muss bedeuten, dass etwas sehr Wichtiges passiert ist.

Yun Lie hielt inne, verstärkte seinen Griff um ihren Arm und umfasste mit der anderen Hand fest ihre linke Hand, wobei er ihre Finger mit seinen verschränkte.

„Luo Cuiwei“.

Seine tiefe, resonante Stimme war trocken und angespannt und trug eine gewisse, unbeschreibliche Sorge und eine leise Erwartung in sich.

Luo Cuiwei saß kerzengerade in seinen Armen, verwundert, und blickte hinunter, um ihm in die Augen zu sehen.

„Wenn du morgen nach Hause zurückkehrst“, Yun Lie blickte ihr nervös in die Augen, sein Adamsapfel wippte, „wird derjenige eintreffen, der mir einen Heiratsantrag machen wird, und du…“

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