Kapitel 40

Ich sah Lou Xiyue an, und er sprach diese Worte gleichzeitig mit mir, mit einer sehr starken Präsenz. Ich dachte bei mir, ich sollte an seiner Seite im Kampf gegen fremde Völker stehen.

Nachdem ich das gesagt hatte, dachte ich plötzlich an ein Problem, das mir schon länger Sorgen bereitet hatte.

Ich schaute mich um und tatsächlich saßen alle im Wohnwagen auf dem Boden und beobachteten schweigend uns drei, wie wir Fleisch aßen und Tee tranken.

Ich sagte: „Zixia, lass uns das unter vier Augen besprechen.“

Zixias langes Haar wehte im Wind. Er hob das Kinn, seine Augen funkelten. „Ich möchte dir unter dem Mond sagen, dass du das Mädchen bist, das ich liebe, und dass ich dich will.“

Das gesamte Publikum war außer sich vor Wut.

Ich wusste gar nicht, dass kulturelle Unterschiede so groß sein können. Seine Bemerkung gab mir das Gefühl, eine Kurtisane zu sein, die um einen Preis wirbt.

Hilflos rieb ich mir die Stirn. „Sei leiser, sei leiser …“

Lou Xiyue fächelte sich Luft zu, warf mir einen Blick zu und sagte beiläufig: „Dann könnt ihr zwei euch ja in Ruhe unter dem Mond unterhalten. Ich bin müde.“

Ich packte ihn und sagte: „Willst du jetzt einfach so gehen?“

Er sagte: „Was noch?“

Ich sagte: „Kannst du ihn nicht einschüchtern? Ich dachte, du wärst ein Mann mit literarischen und kriegerischen Tugenden, der allen Menschen Nutzen bringen und über Generationen hinweg wirken könnte.“

Lou Xiyue stützte ihr Kinn auf die Hand, dachte einen Moment nach, ging dann auf Zixia zu und deutete auf den nahegelegenen Wald: „Lass uns dorthin gehen und kämpfen.“

Text [21] Entlang der alten Straße (Teil Zwei)

Zixias Lippen verzogen sich zu einem unbeschwerten Lächeln. „Na gut …“

Die stille Nacht hüllt die Welt ein, und der Silbermondsee, wie ein Saphir inmitten der Graslandschaft, erstrahlt in silbrig-weißem Licht. Der Wind wiegt das grüne Gras der Prärie und erzeugt smaragdgrüne Wellen – ein poetisches Bild inmitten der Weite.

Ji Jiu und ich saßen auf einem Wollfilz, der Vollmond spiegelte sich im klaren Wasser des Sees.

Der Kaufmann aus dem Osten spielte eine lange Melodie auf seiner Pferdekopfgeige und holte einen Wasserbeutel von seiner Hüfte hervor, um Wasser zu schöpfen.

Das Sternenlicht erhellte diese prächtige und wunderschöne Szene.

Ich warf einen Blick auf den Baumhain. Zixia und Lou Xiyue waren erst kurze Zeit drinnen gewesen, und es hatte sich nichts getan.

Er reichte Ji Jiu das gekochte Fleisch und fragte: „Ji Jiu, hast du Hunger?“

Ji Jiu sah mich an, der zinnoberrote Fleck auf ihrer Stirn ließ sie sehr hübsch aussehen. Sie sagte: „Ich habe keinen Hunger, ich möchte nicht essen.“

Ich fragte Ji Jiu freundlich: „Woher kommst du? Wie alt warst du, als du der Jade-Luo-Sekte beigetreten bist?“

Sie sagte schlicht: „Ich wurde vom Siebten Jungen Meister auf den Straßen von Nanyang aufgelesen.“

Ich sagte: „Ihr siebter Sohn hat einen guten Geschmack; er bringt nur hübsche Mädchen mit nach Hause.“

Ji Jius Gesichtsausdruck wurde etwas milder. „Der siebte junge Meister ist gut zu mir.“

Ich wurde spielerisch und begann, Grillen zu weben, indem ich einen Grashalm ausriss.

Ich sagte: „Ji Jiu, kennst du Xiao Die?“

Ji Jiu schüttelte den Kopf.

Ich fragte erneut: „Weißt du es?“

Kapitel 4

„Kennen Sie Shen Yunshuang?“

Ji Jiu schüttelte erneut den Kopf.

Ich sagte: „Und da sind noch Xiaomeng, Taohong und Baige. Nachdem euer siebter junger Meister den Kampf beendet hat, könnt ihr ihn unter vier Augen fragen, wer diese Mädchen sind.“

Ji Jiu fragte: „Wer sind sie?“

Ich lächelte einfach und schwieg.

Ein klagendes Wolfsgeheul durchdrang den Himmel, gefolgt von Geheul aus allen Richtungen, das die Wunden der stillen Nacht wieder aufriss.

Die Händler aus dem Osten neben ihnen begannen panisch, ihre Sachen zusammenzupacken. Hastig sammelten sie ihre Waren ein, bestiegen ihre Pferde und machten sich zum Aufbruch bereit.

Ji Jiu fragte verwirrt: „Was ist denn hier los?“

Ich sagte: „Das Wolfsrudel kommt.“

Als Ji Jiu dies hörte, sprang sie blitzschnell auf die Füße, schwang sich auf ihr Pferd, ließ mich zurück und galoppierte in den Hain, offensichtlich auf dem Weg, ihrem siebten jungen Meister Bericht zu erstatten.

Inmitten des Chaos klammerte ich mich an ein Pferd und schwang mich auf es, um die Gruppe einzuholen. Doch die Menschen im Osten hatten sichtlich Angst vor den Wölfen und flohen innerhalb kürzester Zeit spurlos wie Vögel und Tiere.

Ich schaute mich um und sah, dass es so ziemlich überall gleich war, egal in welche Richtung ich ging. Also zog ich die Zügel des Pferdes fester und galoppierte ins Ungewisse.

In dem kurzen Moment zwischen Reiten und Betrachten der Landschaft blickte ich zum Himmel auf. Es war Vollmondnacht, und Wölfe streiften durch die Gegend; ich konnte ihr Heulen fast hören. Plötzlich blitzte ein grünes, unheimliches Licht vor meinen Augen auf, das kalt im sanften Mondlicht erschien und wieder verschwand.

Mir lief ein Schauer über den Rücken, und ich zügelte mein Pferd, während ich überlegte, welcher Weg der richtige zum Überleben war.

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