Kapitel 51

Ich wohne seit über zehn Jahren in diesem Pavillon am Wasser, und nichts hat sich verändert.

Diese beiden sind seit über zehn Jahren zusammen, und trotz aller Veränderungen bleiben sie dieselben.

Tang Congrong ist immer noch Tang Congrong und Tang Qiefang ist immer noch Tang Qiefang.

Bisher sind mehrere tausend Tage vergangen, und Zehntausende weitere werden noch folgen.

Nichts wird sich ändern.

—Das Ende—

Teil Zwei: Haare wie Schnee

Der Xuyu-Tempel ist ein wenig bekannt, vor allem wegen der Pfirsichblüten im Tempel.

Während die Pfirsichbäume andernorts noch als kahle Äste erscheinen, stehen die Pfirsichblüten im Xuyu-Tempel bereits in voller Blüte und gleichen rosigen Wolken.

Kapitel 92

Pfirsichblüten selbst duften nicht, aber wenn sie in großen Mengen zusammen blühen, erfüllt ein wunderbarer, zarter Duft die Luft, der langsam in Haut und Kleidung eindringt und einem das Gefühl gibt, in einen leichten Nebel gehüllt zu sein.

Ohne genauer hinzusehen, erkannten die Umstehenden, dass er von der Blumenbetrachtung zurückkehrte. Ein Blütenblatt hing in seinem Haar. Sein Haar war so glatt und durchscheinend, dass das Blütenblatt nicht haften konnte und sanft durch die Strähnen glitt, bis es schließlich in seiner Spitze landete. Der Saum seines weiß-blauen Gewandes streifte es, und eine leichte Brise ließ es in der Luft wirbeln.

Er hielt ein Kraut in der Hand und reichte es dem jungen Novizen mit den Worten: „Koche es in drei großen Schüsseln mit Wasser, bis nur noch eine Schüssel übrig ist. Ruf mich, wenn es fertig ist.“

Es dämmerte bereits, als die Medizin fertig war. Der Tempel und die Pfirsichblüten hinter dem Berg waren in ein sanftes Licht getaucht und wirkten dadurch noch leuchtender als am Tag. Seine helle, reine Haut schien vom Schein der untergehenden Sonne zart rötlich gefärbt zu sein, sodass er selbst einer Pfirsichblüte ähnelte.

Wo ist dein Herr?

„Am Bergtor“, antwortete der Novize.

"Bring deine Medikamente und Decken mit und komm mit mir."

Der Xuyu-Tempel schmiegte sich an den Berghang, das Tempelgebäude etwa auf halber Höhe, das Tor am Fuße des Berges. Der junge Novize, der eine Schale mit Medizin und eine Baumwolldecke über der Schulter trug, folgte ihm die Steinstufen hinunter und wirkte völlig verwirrt.

Er ging voran, seine weiß-blauen Gewänder schienen vom Staub der Welt unberührt, sein langes Haar fiel ihm ungekämmt hinter den Kopf und wehte sanft in der Bergbrise.

Das Bergtor lag im Schein der untergehenden Sonne, und daneben stand eine Kutsche. Zwei Frauen in roten Kleidern und Röcken stachen neben der Kutsche hervor. Lange Schwerter hingen an ihren Hüften, ein Zeichen dafür, dass sie Kampfsportlerinnen waren. Sie hoben den Kutschenvorhang, und eine von ihnen stieg aus.

Es war eine Frau, ebenfalls in Rot gekleidet. Doch sobald sie erschien, schien das Rot der beiden Mädchen neben ihr in ein blasses Rosa zu verblassen.

Ihr Rot glich dem eines Phönix, der aus der Asche aufersteht, doch ihr Gesicht war wie Eis und Schnee auf dem Gipfel des Kunlun-Gebirges. Ihre Augenbrauen und Augen wirkten wie erstarrt, ohne jede Regung. Sie trug eine lange Kiste in den Armen, nickte dem Mönch, der für den Empfang der Gäste zuständig war, leicht zu und stieg die Steinstufen hinauf.

Er stieg die letzte Steinstufe hinab, und keiner von beiden hielt an – als wären sie es nicht gewohnt, anderen Platz zu machen. Auf den etwa einen Meter breiten Steinstufen streiften der rot gekleidete Mann und der blau gekleidete Mann lautlos aneinander vorbei. Er verströmte einen leichten, erfrischenden Duft, der noch dezent in der Luft lag.

Er wies den jungen Novizen an, den Gastmönch in eine Decke zu hüllen. Während der Gastmönch die Medizin trank, durchbohrten zwei silberne Nadeln seine Kehle. Der Gastmönch zuckte zusammen, als hätte ihn ein Eiszapfen getroffen, und zog unwillkürlich die Decke enger um sich. Sein Gesicht wurde vor Kälte kreidebleich, immer blasser, bis er es schließlich nicht mehr aushielt und einen Mundvoll dickflüssiges Blut erbrach.

Als er den Mund voller Blut sah, verzogen sich seine Mundwinkel leicht nach oben, und eine unbeschreibliche Arroganz erschien auf seinem schönen Gesicht. „Das Miasma ist vollständig beseitigt.“

Das Gesicht des Mönchs rötete sich wie durch ein Wunder, und er brach in kalten Schweiß aus, doch sein Körper fühlte sich so leicht an, als wäre er zwanzig Jahre jünger geworden. Lautstark rief er ein buddhistisches Mantra aus, faltete die Hände und sagte: „Danke, Wohltäter.“

„Sie brauchen mir nicht zu danken.“ Er lächelte, ein Lächeln, das zugleich schwach und arrogant wirkte. „Wenn Sie diesen Arzt wiedersehen, sagen Sie ihm: Es gibt keine unheilbaren Krankheiten auf der Welt, nur Scharlatane.“

Nachdem er das gesagt hatte, drehte er sich um und ging die Treppe hinauf.

Die Frau in Rot stand auf den Steinstufen und beobachtete ihn bei der Rettung von Menschen. „Bist du Yang Luoxue aus dem Tal des Medizinkönigs?“

Die Stimme hatte nicht den weichen, klaren Ton, den eine typische Frau haben sollte; stattdessen hatte sie einen tiefen, leicht heiseren Klang, wie der Wind, der durch eine Konghou (eine Art chinesische Harfe) weht.

Kapitel Dreiundneunzig

Zwei Schritte trennten die beiden. Als die letzten Strahlen der untergehenden Sonne herabfielen, schien ihr rotes Kleid in Flammen aufzugehen. Er neigte leicht den Kopf, sein Blick wanderte durch das sanfte Rot des Sonnenuntergangs zu ihrer Stirn, wo ein schwacher roter Schimmer aufleuchtete.

"Die Stadt Sading, unvergleichlich im Umkreis von hundert Meilen?"

Zuvor hatten sie zwar voneinander gehört, sich aber nie begegnet. In dieser nebligen, von Pfirsichblüten erfüllten Dämmerung nahmen die verschwommenen Gesichter, die in ihren Köpfen herumgeschwirrt waren, rasch Gestalt an und wurden deutlich, und sie murmelten innerlich ein „Oh“.

So ist er also.

So ist sie also.

Es gibt vier bedeutende Kräfte in der Welt der Kampfkünste, die man nicht unterschätzen sollte. Die Kampfkunstakademie genießt den größten Ruf. Der Tang-Clan hat sich über Jahrhunderte einen hervorragenden Ruf erworben und viele talentierte Kämpfer hervorgebracht, die die Kampfkunstakademie mitunter sogar ignorierten.

Medicine King Valley lebt zurückgezogen und lässt sich nie in Fehden oder Groll verwickeln.

Es gibt auch die Stadt Sading.

Sie wagt sich nur selten in die Welt der Kampfkünste vor, aber die Stadt ist voller unzähliger göttlicher Waffen, was sie zu einem begehrten Ort für den Waffenhandel unter Kampfsportlern macht.

In Suoding City sind nun nach und nach die Lichter erloschen. Ob in der inneren oder äußeren Stadt, alle Menschen sind tief und fest eingeschlafen. Nur im Beiling-Turm brennt noch das Licht.

Der Beiling-Turm ist ein streng bewachter Ort in Suoding City, der nur Schwertschmieden zugänglich ist. Vor dem größten Schmelzofen schimmert ein schwaches rotes Licht durch die Ritzen der fest verschlossenen Ofentür. Alle sind eifrig bei der Arbeit und warten auf Anweisungen von Frau Baili Wushuang.

Baili Wushuang starrte auf die Ofentür, ein schwaches rotes Leuchten erschien zwischen seinen Brauen. „Schwefelhaltiger Kohlenstoff hinzufügen.“

Onkel Gong, der Köhler, war verblüfft – die Zugabe von schwefelhaltiger Holzkohle während des Schmiedeprozesses barg die Gefahr einer Explosion und konnte selbst das beste Schwert beschädigen. Doch die junge Dame war eine geniale Schwertschmiedin in Suoding, daran zweifelte niemand. Onkel Gong biss die Zähne zusammen und warf die schwefelhaltige Holzkohle hinein. Mit einem lauten Knall schossen Flammen aus den Ritzen der Ofentür.

Die beiden Personen vor der Ofentür konnten nicht ausweichen und wären beinahe von den Flammen verbrannt worden. Baili Wushuang stürzte vor und schwang ihre Ärmel, wodurch die beiden zurückgedrängt wurden. Obwohl im Beiling-Turm kein Wind wehte, bauschten sich ihre Ärmel wie Segel im Wind und erzeugten ein lautes Rascheln. Das Feuer im Ofen erlosch, und sie starrte die Ofentür an und rief: „Zurück!“

Alle packten sofort die Seile und sprangen auf das Geländer im zweiten Stock. Von oben betrachtet, hüllte ein schwacher roter Schein den gesamten Schmiedeofen ein. Die Flammen und die Luft im Inneren wurden durch die Schwertenergie der jungen Frau zusammengepresst und erzeugten gedämpfte Geräusche wie das Brüllen wilder Tiere. Der rote Schein zwischen den Brauen der jungen Frau war in diesem Moment blendend hell. Plötzlich schien der gesamte Beiling-Turm zu erbeben, und die Ofentür wurde mit einem lauten Knall aus den Flammen aufgerissen.

Die Flammen schossen wie Pfeile vorwärts und prallten ungehindert gegen die Steinmauer. Sie erloschen, und der Inhalt fiel zischend in das Wasser des Schwertwaschbeckens, das in die Mauer geleitet wurde. Weißer Rauch stieg von der Wasseroberfläche auf.

—Nach 725 Tagen Schmiedearbeit war das Chongli-Schwert fertiggestellt.

Voller Freude kamen die Leute aus dem zweiten Stock herunter. Die junge Frau verbringt zwei Jahre damit, ein einziges Schwert zu schmieden; jedes einzelne ist ein Schatz, der dazu bestimmt ist, über Generationen weitergegeben zu werden.

Das Wasser im Schwertwaschbecken war eiskalt, und das Chongli-Schwert, das gerade den Flammen entkommen war, war bereits abgekühlt. Es war etwa 71 Zentimeter lang, die Klinge nur einen Finger breit, und ganz schwarz. Seine schlanke Form verlieh ihm im Lampenlicht einen schwachen, ungewöhnlichen Schimmer.

⚙️
Lesestil

Schriftgröße

18

Seitenbreite

800
1000
1280

Lesethema